Legau / Unterallgäu
Eltern hoffen auf zusätzliche Busverbindung

Was schon ums Jahr 1900 das erste Mal angestrebt wurde, soll zum Herbst 2009 Wirklichkeit werden: eine öffentliche Nahverkehrsverbindung von Legau nach Kimratshofen. Der Antrag eines Oberallgäuer Unternehmers auf ein Buslinie von Legau Richtung Leutkirch liegt seit Kurzem bei der Regierung von Schwaben. Ein Anhörungsbogen ist Anfang dieser Woche beim Landratsamt Unterallgäu eingegangen. Was daraus wird, muss sich allerdings erst noch zeigen.

Vor allem Mütter aus Legau sind es, die mit Macht auf eine Buslinie drängen, die ihre Kinder zur Schule nach Leutkirch oder Kempten bringen könnte. «Es kann doch nicht sein, dass von Legau aus die Busse nur in eine Richtung wegfahren», sagt eine der Initiatorinnen. Eine Buslinie Legau-Kimratshofen hätte nach deren Ansicht gleich mehrere Vorteile: Ältere Leute kämen leichter zum Arzt nach Leutkirch, Berufsschüler, die nach Kempten wollten, wären nicht mehr aufs Auto angewiesen - und die Realschüler müssten nicht mehr gefahren werden, sondern könnten via Kimratshofen im Bus nach Leutkirch kommen.

Untermauert wird der Wunsch nach einer Busverbindung durch den Hinweis auf so große und überörtlich bedeutende Einrichtungen wie Regens Wagner, die Suchtklinik oder die Umweltstation in Legau.

Letztlich befindet über die zusätzliche Anbindung von Legau an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) die Regierung von Schwaben - nach einer Anhörung des Landratsamtes Unterallgäu.

Bei der Kreisbehörde sieht man das Ansinnen aus dem Illerwinkel mit gemischten Gefühlen: «Aus ÖPNV-Gesichtspunkten sehen wir das sehr positiv», betont Dr. Maria Bachmaier als zuständige Abteilungsleiterin. Andererseits habe man «schulpolitische Bedenken».

Man will nämlich nicht, dass Realschüler in größerem Stil (derzeit sind es nur fünf, die von Legau aus nach Leutkirch fahren) Richtung Leutkirch abwandern, zum Nachteil möglicherweise der Memminger Realschulen, denen man sich durchaus solidarisch fühle. Eine neue Busverbindung könne da durchaus eine «Sogwirkung entfalten», vermutet Dr. Bachmaier. Am liebsten wäre es der Unterallgäuer Kreisbehörde, so lässt Bachmaier durchblicken, wenn die Leutkircher Schulen nur in begrenztem Ausmaß Schüler aus dem Illerwinkel aufnehmen könnten, sodass Memmingen mit seinen Realschulen nicht zugunsten des Nachbar-Bundeslandes Baden-Württemberg geschwächt würde.

Vergangene Woche hatte im Landratsamt in Mindelheim ein Gespräch stattgefunden mit Eltern, Busunternehmen und mit Landrat Hans-Joachim Weirather. «Wir stellen uns nicht quer», unterstreicht Dr. Bachmaier, aber im Rahmen der Anhörung, die innerhalb der nächsten zwei Wochen erfolgt sein müsse, weise man schon auf die «Bedenken wegen einer Schüler-Abwanderung» hin.

«Es wäre schon fast ein historisches Ereignis, wenn wir da wirklich fahren sollten», sagt der Oberallgäuer Busunternehmer, der bereits in den Startlöchern steht.

«In Kimratshofen», so sein Hinweis auf fast historische Bestrebungen, «gehört der Gemeinde immer noch ein Streifen Wiese, wo ums Jahr 1900 herum ein Bahnhof hinkommen sollte».

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