Oberstdorf
Eisstadion in Oberstdorf - eine riesige Käsetheke

Wenn Mäuse in den vergangenen zwei Tagen Zutritt zum Eissportzentrum in Oberstdorf gehabt hätten, sie wären mit Sicherheit vor Begeisterung erst einmal in Ohnmacht gefallen. Auch den menschlichen Zuschauern bot sich ein nicht ganz alltägliches Bild - Käse soweit das Auge reicht. Wo normalerweise Eishockey-Manschaften den Puck über das Eis treiben, reihten sich Tische voller Käse in allen Farben und Formen aneinander. Ob Allgäuer Bergkäse, Limburger, Mozzarella oder Gouda. 1600 Käse und Frischkäse haben ausgewählte Lebensmittelsensoriker aus Molkereien oder Käsereien für die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) heuer zum 62. Mal geprüft. Doch wer bei dem Wort Käsetest an genüssliches Probieren unterschiedlichster Sorten denkt, ist weit gefehlt. Denn die Experten sind gewissen Käsetypen zugeteilt, je nach ihrem Erfahrungsbereich.

So auch Hubert Stockner aus Feldthurns in Südtirol. Seit zwei Jahren prüft er für die DLG, sein Spezialgebiet ist der Mozzarella. Vier Tische hat er vor sich, darauf stehen wiederum je vier Becher mit Käsewasser und dem zu testenden Mozzarella. Fünf mal muss Stockner am ersten Nachmittag die Reihen abschreiten, insgesamt 80 verschiedene Mozzarella wird er prüfen. Dabei geht es neben Aussehen, Geruch und Konsistenz vor allem um den Geschmack. «Ich fertige in meiner Firma ebenfalls Mozzarella, deshalb kenne ich mich damit gut aus.» Allerdings ist er am Abend dann auch vollkommen bedient. «Nach so einem Nachmittag hat man dann erst einmal genug von Käse.»

Zeit zum Erholen bleibt aber nur bis zum nächsten Vormittag. «Da bin ich für den Schmelzkäse eingeteilt, mit Tomaten oder Lachsgeschmack - dass ist auf jeden Fall etwas intensiver als der relativ neutrale Mozzarella», erklärt Stockner und schmunzelt.

Während der Südtiroler tapfer ein Stück Mozzarella nach dem anderen vertilgt, blickt Peter Danks etwas sehnsüchtig auf die Reihen vor sich. «Ich bin für den Schnittkäse eingeteilt, dabei esse ich doch viel lieber unsern Allgäuer Bergkäse.» Dennoch widmet er sich konzentriert seiner Arbeit: er schneidet, fühlt, riecht und kostet. Danach werden die Punkte vergeben. Fünf gibt es maximal, dann war alles perfekt. Bei Peter Danks gibt es viele Fünfen und auch die anderen Tester greifen oft zur Höchstpunktzahl. Am Ende werden die Produkte prämiert.

Punktabzüge gibt es für Fehlerattribute wie «salzig», «bitter», oder «bröckelig». Auf 24000 Lebensmitteln aller Art finden sich inzwischen die Gütesiegel in Gold, Silber oder Bronze der DLG.

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