Allgäu
Eiscreme ist in diesem Jahr noch tabu

Die Sonne scheint, am strahlend blauen Himmel ist keine Wolke zu sehen und warme Temperaturen locken ins Freie. Schüler genießen ihre Sommerferien im Freibad oder am Baggersee, während der Papa im Büro schwitzt und sich sehnlichst den bald beginnenden Familienurlaub herbeiwünscht. Die Oma schimpft derweil über die anstrengende Hitze und lässt zuhause die Rollos tagelang geschlossen. Jede Generation erlebt den Sommer anders, verknüpft damit unterschiedliche Emotionen und Erwartungen. In einer losen Serie stellt die BZ verschiedene Menschen vor und beschreibt, wie sie den Sommer 2009 erleben - nützliche Informationen inklusive.

Buchloe Momentan schläft Niklas viel. Klar: Hitze und Schwüle können ganz schön anstrengend sein. Vor allem dann, wenn das alles noch so furchtbar neu und ungewohnt ist, wie für den zwölf Wochen alten Säugling. Am 23. Mai kam Niklas zur Welt, der Sommer 2009 ist sein erster.

Und auch wenn Mama Melanie Täuber zugibt, dass er schon mit den warmen und vor allem schwankenden Temperaturen der vergangenen Wochen zu kämpfen hat, scheint Niklas der Sommer ganz gut zu bekommen. Zumindest das, was er zwischen seinen Nickerchen davon mitbekommt. «Er muss weniger anziehen und kann viel draußen sein. Das gefällt ihm», meint Melanie. Für die 30-Jährige und ihren Ehemann Bernhard (31) ist Niklas das erste Kind. Was bei einem Säugling im Sommer zu beachten ist, darüber wissen die beiden Buchloer jedoch ausreichend Bescheid.

«Mit Sonne und Hitze sollte man schon aufpassen», meint Melanie.

Und das hat auch einen guten Grund: «Die Haut eines Säuglings ist besonders empfindlich», erklärt Kinderärztin Dr. Anna Frank. Zudem sei der Mechanismus, der die Körpertemperatur regelt noch nicht ausgereift. «Neugeborene im Alter zwischen null und 30 Tagen sollten unter keinen Umständen einer direkten und prallen Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden», betont die Medizinerin.

Auf regelmäßige Spaziergänge mit dem Nachwuchs sollte man dennoch nicht verzichten. «Frische Luft ist gesund. Außerdem müssen sich die Babys früher oder später ja auch an das Klima gewöhnen.» Dabei sollte jedoch immer für ausreichend Schatten gesorgt werden. Kinderwägen, an die kleine Sonnenschirme montiert werden könnten, seien daher angeraten.

«Sind die Kinder älter - so um die drei Monate - können sie dann auch mal länger in die Sonne», erklärt Frank. Wie bei Erwachsenen gelte jedoch auch dann: Eincremen nicht vergessen. Und zwar mit einem ausreichenden Lichtschutzfaktor. «30 ist angebracht», meint Frank. Melanie Täuber benutzt sogar eine spezielle Kindersonnenschutzcreme mit Lichtschutzfaktor 50. Und die trägt sie auch immer pflichtbewusst auf, wenn sie mit dem kleinen Niklas spazieren oder zum Eisessen geht - auch wenn Niklas von der kalten Leckerei noch nichts abhaben darf.

Da auch Babys im Sommer genauso wie Erwachsene vermehrt schwitzen, sollten die Eltern zudem auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, rät Frank. Weil bei Neugeborenen der Rhythmus noch nicht ausgereift sei, könne man sich als Eltern nicht immer darauf verlassen, dass sie schreien, wenn sie durstig sind. Häufig müssten sie auch zum Trinken animiert werden.

Aufmerksames Beobachten seitens der Eltern sei daher sehr wichtig, meint auch Ingeborg Hornung. Über 4000 Babys hat die 80-jährige Hebamme im Ruhestand in 50 Jahren Berufszeit auf die Welt geholt. Für besorgte Eltern, die kontrollieren wollen, ob der Nachwuchs auch genügend trinkt, hat sie einen Tipp parat: «Den Säugling vor und nach dem Stillen einfach wiegen. Dann behält man den Überblick.»

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