In Corona-Zeiten
Einzeltraining in Kemptener Hundeschule wieder möglich

Im Einzelunterricht und mit bestimmten Vorkehrungen kann das Training in einer Hundeschule wieder stattfinden.
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Auch die Hundeschule Bachtelweiher in Kempten hat die Corona-Krise hart getroffen. Von jetzt auf gleich musste die Hundetrainerin Susanne Kandler alle Kurse stoppen. Inzwischen kann der Unterricht wieder starten, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen und Vorkehrungen.

Susanne Kandler kann in eingeschränkter Form wieder Hundetrainings anbieten. "Ich darf wieder Einzelunterrichte geben, also immer mit einer Person aus dem Haushalt, die mit dem Hund hier ankommt", erklärt die 41-Jährige. Für die Hundeschule hat die Trainerin in Zusammenarbeit mit ihrem Berufsverband Hygieneleitlinien aufgestellt. Damit will sie der Regierung, den Ämtern und dem Wirtschaftsministerium zeigen, dass sie bemüht ist, ihren Kunden so viel Sicherheit wie möglich zu geben.

Aktuell nur noch Outdoor-Training

Momentan gibt es bei der Hundeschule Bachtelweiher nur noch Outdoor-Trainings, Hausbesuche sind aktuell nicht möglich. "Das beschränkt einen aber natürlich auch. Mit manchen Hunden müsste man definitiv Indoor mit so wenig wie möglich Reizen arbeiten, was momentan schwierig ist", so Susanne Kandler weiter.

Der Betrieb in der Hundeschule läuft langsam wieder an, die ersten Anmeldungen sind schon da. "Trotz alledem kann das momentan das Loch nicht stopfen, was entstanden ist. Und ich hoffe, dass es jetzt die laufenden Kosten zumindest mal irgendwie deckt", sagt die 41-Jährige.

Eigene Leine, Handschuhe und Maske

Für die Arbeit mit Tier und Mensch in Zeiten von Corona hat die Trainerin ein eigenes Konzept entwickelt. Susanne Kandler nimmt eine eigene Leine mit, die aus einem gut zu reinigenden und desinfizierenden Material besteht. Vor und nach jedem Training wird die Leine entsprechend behandelt. Auch wenn die Trainerin das Tier in der Stunde anfassen muss oder den Hundehalter zum Beispiel unterstützen muss, bespricht sie die Vorgehensweise vorher mit dem Besitzer. Die beiden Menschen halten Abstand zueinander. Außerdem fasst die Trainerin nur ihre eigene Leine an und sie trägt Handschuhe. Im direkten Kontakt zum Hund außerdem eine Mund-Nasen-Maske, allerdings versucht Kandler diese Situationen wenn möglich von vornherein zu vermeiden.

Problem: Die Umwelt

Die Abstände im Training einzuhalten ist laut Susanne Kandler immer dann ein Problem, wenn es aus dem abgesperrten Trainings-Bereich hinaus geht: "Es ist eher auch ein bisschen der Spießrutenlauf, dass man dort auch die Abstände nicht nur zu seinem eigenen Kunden wahrt, sondern auch den Abstand zu den Spaziergängern."

Ein Problem sei zudem, dass zum Beispiel Spaziergänger nicht direkt erkennen können, dass sich die Gruppe aus Trainer, Hundehalter und Hund im Unterricht befinden. "Ich kann ja auch nicht mit einem Schild durch die Gegend rennen: 'Bitte halten Sie Abstand, hier ist das Hundetraining", lacht Susanne Kandler.

Corona hat auch Auswirkungen auf die Hunde

Die Corona-Krise wirkt sich laut der Hunde-Expertin auch auf die Tiere aus. "Weil unsere Stimmungen ja auch immer reflektierend sind für die Hunde", erklärt die 41-Jährige. Je nach Alter und Charakter des Tieres hat die Krise und das Verhalten der Halter unterschiedliche Auswirkungen auf den Hund. In der aktuellen Situation ist es deshalb auch die Aufgabe der Trainerin, die Menschen in der Psyche wieder aufzubauen. "Auch wenn du vielleicht gerade finanziell deine Probleme hast, du hast hier noch einen Hund: Sei für ihn da wie für deine Familie", so Kandler.

Hundetraining per Video

Mit ihren Bestandskunden hat die Trainerin zunächst ein "Online-Experiment" bei Youtube gewagt. Um die gedrückte Stimmung zu heben, hat Susanne Kandler Trick-Training-Videos veröffentlicht. Daneben hat sie auch Coaching per Video-Chat angeboten. Hier gibt die Trainerin zu bedenken, dass dies gut bei Bestandskunden funktioniert. "Allerdings ganz schwierig, wenn ich darüber eine Ist-Stand-Analyse machen muss," meint die Hunde-Expertin. Das sei nicht möglich, weil man dafür eine gute Videoqualität brauche. Außerdem sei das Allgäu stellenweise "nicht so prickelnd" mit Internet abgedeckt.

Das Hundetraining per Video ersetze auch nicht die direkte Arbeit mit Hund und Halter. Bei manchen Tiere muss die Trainerin auch "hinfühlen", um zu erfahren, wie es dem Hund wirklich geht.

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