Kaufbeuren
Eintrittspreise steigen kräftig

Kräftig erhöht werden die Eintrittspreise für die Kaufbeurer Bäder. Die Umstellung auf die neue neue Gebührentabelle (siehe Grafik) soll am 29. März 2010 erfolgen. Ohne Gegenstimme empfahl der Kaufbeurer Verwaltungsausschuss dem Stadtrat die Anhebung der Preise - aber nicht ohne ausgiebig über dieses Thema zu diskutieren.

«Gebührenerhöhungen sind nie populär», betonte Wirtschaftsreferatsleiter Siegfried Knaak im Gremium. Kaufbeuren sei im Vergleich zu anderen Städten aber auch nach der Anpassung der Gebühren immer noch günstig. So zahlt ein Erwachsener für drei Stunden im Kaufbeurer Hallenbad künftig 4,50 Euro (statt 3 Euro) - genauso viel wie in Marktoberdorf. Zum Vergleich: Für drei Stunden müssen in Fürstenfeldbruck laut Stadtverwaltung rein rechnerisch 4,80 Euro, in Illertissen 5,25, in Kaufering 6, in Schongau 6,50, in Sonthofen 7,43, im Kemptener Cambomare 10,50 und in Nesselwang 11 Euro berappt werden. Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) ergänzte, dass die Kaufbeurer Bäder auch nach Anhebung der Preise nicht kostendeckend arbeiten könnten. Die Eintrittsgelder reichten gerade etwa für 25 Prozent der Betriebskosten.

Neu im Angebot wird laut Knaak eine Familienkarte sein, bei der zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder in etwa zu den «alten» Preisen in die Bäder gelangen können. Das Hallenbad soll voraussichtlich im November für die Vereine und im Dezember für die Öffentlichkeit wiedereröffnet werden. Wie berichtet, wird es derzeit für rund 2,2 Millionen Euro umfangreich modernisiert. Der neue Rutschenbereich werde Knaak zufolge aber wohl erst im Februar fertiggestellt.

Annelies Wittwer (CSU) bedankte sich bei OB Bosse, dass er sich dafür eingesetzt habe, dass Schwerbehinderte nur ermäßigte Preise bezahlen dürfen, wobei der Behinderungsgrad von 80 auf 50 Prozent gesenkt wurde. «Gerade Menschen mit psychischen Behinderungen können davon profitieren», so Wittwer.

Ulrike Seifert (Grüne) wünschte sich, dass auch Schüler und Studenten ermäßigten Eintritt zahlen dürfen, selbst wenn sie ein regelmäßiges Einkommen hätten (so wie die Studenten der Kaufbeurer Fachhochschule, die als angehende Finanzbeamte einen Anwärtersold erhalten) Knaak betonte nach der Sitzung gegenüber der AZ, dass man diesem Vorschlag folgen wolle. Man könne eh an der Kasse nicht kontrollieren, ob ein Student nebenbei regelmäßig arbeite.

Für bedürftige Kinder

SPD-Fraktionschefin Catrin Riedl-Schmied verwies auf rund 700 Kinder in der Stadt, die als bedürftig gelten, deren Eltern also beispielsweise Hartz-IV beziehen. «Könnte man diesen Kindern nicht zum Beispiel eine Punktekarte zu Weihnachten schenken?», fragte sie in die Runde. OB Bosse begrüßte die Idee Riedls-Schmieds ausdrücklich. «Das kann ich mir gut vorstellen.»

Christian Sobl (CSU) möchte für Kinder aus ärmeren Verhältnissen «trotzdem eine generelle Lösung», die über eine solche Punktekarte hinausgehe und allen Situationen, in denen diese Kinder benachteiligt sind (Klassenfahrten oder Eintritte etwa in die Kulturwerkstatt), gerecht werde. Er will bis zur Stadtratssitzung einen Antrag formulieren und einreichen. Der Stadtrat muss die Gebührenerhöhung in die Bäder in seiner Zusammenkunft am 27. Oktober noch billigen.

Dritter Bürgermeister Ernst Holy ging die «Diskussion zu sehr in die Richtung, wie man wieder Preise reduzieren kann». Man müsse global im Auge haben, sich auch in Zukunft drei Bäder in der Stadt leisten zu können.

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