Schwangau
Einschmeichelnde Klänge

Eher selten zu hörende Werke Haydns und Mozarts standen auf dem Montagsprogramm der Neuschwanstein-Konzerte. Mit ausgeprägter Musizierlust, federnder Brillanz, Kantabilität und klassischem Wohlklang überzeugte das Kammerorchester Heilbronn unter Leitung von Ruben Gazarian. Dazu gesellte sich die hoch inspirierte Sopranistin Brigitte Geller, die kurzfristig für die erkrankte Kollegin Sunhae Im einsprang.

Die frühe Sinfonieperiode Mozarts bringt jene Facetten, die dem genialen Komponisten besonders zugeschrieben werden. Es sind oft schlichte, einschmeichelnde Melodien, die äußerst kunstvoll verarbeitet sind. Bestens ausbalanciert waren bei der Wiedergabe der Sinfonie Nr.12 in G-Dur die kanonische Stimmführung, die echoartigen Imitationen und das Fagott mit seiner dunklen Klangfärbung. Die tiefen Streicher verschafften sich im Allegro Geltung.

Konzentriert und dynamisch kontrastreich erklangen die Außensätze der 13. Sinfonie in F-Dur. Höfisches Benehmen verriet hingegen das Andante der Streicher. Ein großartiges Orchestercrescendo und effektvolle Bläsereinsätze ließen bei der 17. Sinfonie in G-Dur aufhorchen.

Lyrische Klarheit, makellose Technik, Tragfähigkeit und Leuchtkraft bis in die höchsten Koloraturen kennzeichnen die Stimme Brigitte Gellers. In Haydns letzter Konzertarie «Solo e pensoso» (Einsam und in Gedanken) gelang ihr der Übergang zwischen melancholischem Duktus und der Spiegelung innerer Unruhe in Koloraturausbrüchen. Ein ausgeformtes Wechselspiel zwischen Oboe und Sopranstimme gab es bei der Mitleid heischenden Arie «D´una sposa meschinella». Mitreißend war die Darstellung der gewitzten Moralistin in «Vada adagio Signorina»mit strahlenden, dynamisch wandlungsfähigen, virtuosen Koloraturen.

Mit der Wiedergabe der Sinfonie Nr. 55 in Es-Dur (Der Schulmeister) von Joseph Haydn gelang ein effektvoller Abschluss, in dem besonders der ausdrucksvolle Wechsel zwischen den Pizzicatti- und Legatostellen bei den Variationen herausragte. Das Publikum dankte mit langem, begeistertem Beifall.

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