Kaufbeuren
Einmal vollladen, bitte

In Kaufbeuren könnte es bald eine erste Tankstelle für Elektrofahrzeuge geben. Ein Arbeitskreis soll sich mit dieser zukunftsträchtigen Technologie auseinandersetzen, den Bedarf, die Chancen und Möglichkeiten ausloten. Dabei geht es nicht nur um Elektroautos, sondern auch um Fahrzeuge für Menschen mit Behinderungen, Elektroroller und Fahrräder mit einem Hilfsmotor, die bislang noch an der heimischen Steckdose aufgeladen werden müssen. Heute will sich auch der Kaufbeurer Stadtrat mit dem Thema befassen.

Die Stadt ist die größte Gesellschafterin der Vereinigten Wertach-Elektrizitätswerke (VWEW), der in dieser Angelegenheit die federführende Rolle zukommt. «Der VWEW-Aufsichtsrat steht dieser Idee positiv gegenüber», so Stadtkämmerer Markus Pferner. Auch der Verein Europäische Metropolregion München, in dem die Stadt Mitglied ist, wolle sich in einem Arbeitskreis grundsätzlich mit diesem Thema auseinandersetzen.

Bedarf soll ermittelt werden

Die Idee hatte CSU-Stadtrat Karl-Georg Bauernfeind angestoßen und mit einem Antrag verknüpft. Demnach bittet er die Stadtverwaltung, sich ebenfalls mit den Fragen zu befassen, wo Ladestationen möglich wären und ob - zumindest mittelfristig - der Strombezug kostenlos möglich sei. Kaufbeuren könne als familienfreundliche Stadt, die auch im Umweltschutz eine Vorreiterrolle einnehmen will, Akzente setzen.

Bei VWEW-Geschäftsführer Jürgen Siegert rennt Bauernfeind, der selbst einen Elektroroller fährt, mit seinem Vorstoß offene Türen ein. «Auf Kurzstrecken haben die Elektroautos ein riesiges Potenzial», sagt Siegert. Allerdings spreche man derzeit von Visionen. Es müsse geprüft werden, welchen Bedarf es gibt, wie es um die Sicherheit, Abrechnung und baulichen Voraussetzungen steht. Siegert hält jedoch viel von dem Vorhaben, zumal alle Prognosen langfristig von einem starken Anstieg der Zahl von Elektrofahrzeugen ausgehen. Die Stadt sei dabei auch wegen der baulichen Fragen ein wichtiger Partner. Bauernfeind nennt als mögliche Standorte für eine Stromtankstelle den Bahnhof, die Polizei, aber auch die Parkhäuser und den Neuen Markt.

Im Vordergrund stünde dabei nicht nur der Umweltschutz, Feinstaub- und Lärmreduzierung, so Siegert. Ein wichtiger Aspekt sei der Gesundheitsbereich, sagt Erich Wittlinger vom gleichnamigen Sanitätshaus, der ebenfalls in der Arbeitsgruppe mitarbeiten wird. «Viele Menschen mit Behinderungen trauen sich mit einem Elektromobil gar nicht aus dem Haus», meint er. Grund sei die Sorge, dass der Akku schlappmacht. An einer öffentlichen Tankstelle könnte er jedoch in einem Bruchteil der üblichen Ladezeit wieder aufgetankt werden.

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