Kempten
Einkaufsstadt: Vieles hui, manches pfui

Dem Einzelhandel in Kempten geht es relativ gut. Und die Mehrheit der vielfach sehr treuen Kunden lobt das umfassende Angebot in der Stadt. Sorgen machen sich die Experten um die Entwicklung in Zentralhaus, Illerkauf und im ehemaligen SinnLeffers. Dies sind die Kernpunkte eines Einzelhandelsgutachtens, das gestern Abend im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt wurde.

Dr.Manfred Bauer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung GMA, präsentierte die Analyse. Drei Arbeitskreise hatten Daten und Ziele zusammengetragen. Dazu wurden im März und April Kunden in der Innenstadt zu verschiedenen Themen rund um den Einzelhandel befragt.

Deren Urteil fällt in vielen Bereichen positiv aus. Gelobt wird von den meisten das große Angebot. Lediglich die unter 25-Jährigen finden ihre Bedürfnisse nicht alle gedeckt. Gut entwickelt habe sich das Stadtbild, befindet eine Mehrheit. Und die «Multifunktionalität der Innenstadt» mit verschiedenen Dienstleistern sorge für ein attraktives Zentrum, beschied der Gutachter. Ein größeres Möbelhaus anzusiedeln sei angesichts der Zahlen eine richtige Maßnahme: Nur 28 Prozent der Kunden werden in diesem Bereich bisher in Kempten fündig.

 

Das Gute überwiegt also, aber es gibt natürlich auch Punkte, die dem Fachmann nicht gefallen. «Bei der Möblierung des öffentlichen Raums liegt einiges im Argen», sagte Bauer. Unbequeme, heruntergekommene Sitzgelegenheiten, Mülltonnen mitten in der Einkaufsstadt, veraltete Waschbetonkübel für den Blumenschmuck, fehlende Kinderspielgeräte und ein unscheinbares Fußgängerleitsystem bemängelte er unter anderem. Unbeleuchtete Passagen seien für Frauen reine Angsträume und die Freudenbergunterführung präsentierte sich ihm schlicht als «schwarzes Loch».

Teils abweisende Fassaden und einfallslose Gestaltung der Schaufenster hat Bauer bei seinen Rundgängen entdeckt. Unstrukturierte Außenverkaufsbereiche und unterschiedliche Öffnungszeiten kreidete er den Geschäften an. Besseren Service und Beratung wünschten sich viele der befragten Kunden: «Da agieren manche vielleicht zu routiniert», kommentierte Bauer. Nicht gut verkauft sei die Kneipenmeile am Rathausplatz. Und «primitive Baumarktstühle» gehörten dort auf keinen Fall hin.

Als «Problemgebiet» bezeichnete Bauer die nördliche Bahnhofstraße mit Zentralhaus, Illerkauf und ehemaligem SinnLeffers. Die mit 1140 Metern extrem lange Einkaufsmeile brauche ein starkes Verbindungsglied in der Mitte (Bericht folgt).

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