Nesselwang / Ostallgäu
Einig in der Uneinigkeit

Bei einer Bauernversammlung im Pfarrheim Nesselwang sind beim Thema Milchpreis die Emotionen hochgekocht. Alte Gräben zwischen Bauernverband (BBV) und Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) brachen wieder auf und einige Zuhörer verließen den Saal. Das hatte kurz zuvor Franz Schnitzler von der Milchverwertung Ostallgäu (MVO) in Rückholz angedroht. «So kommt man nicht weiter», meldete sich vermittelnd Engelbert Vogler, der Ostallgäuer BDM-Kreisvorsitzende, zu Wort.

Es sei nicht allein ein Problem des Milchpreises, sondern des Strukturwandels in der Landwirtschaft. Die Gemüter beruhigten sich etwas, aber die Frage, was man tun könne, blieb unbeantwortet. Einigkeit herrschte nur darin, dass man sich uneinig über den Weg zum besseren Milchpreis ist.

Wenn Landwirte Milch aus Güllefässern auf die Felder schütten, seien das Hilfeschreie zur katastrophalen Situation auf dem Milchmarkt», hatte Rolf Leumann, Nesselwanger BBV-Obmann in die Diskussion eingeleitet. Der Milchpreis habe einen für die Bauern existenzbedrohenden Niedrigstand erreicht.

Beim Thema Mengensteuerung zeigte sich das Dilemma. Der BDM ist dafür, der Bauernverband lehnt sie ab. Da aber am Milchpreis noch Molkereien und Einzelhandel beteiligt sind, wird es kompliziert.

Die Quote selbst ausgehebelt

Für die Abnahme der Milch in der Region ist hauptsächlich die MVO in Rückholz zuständig. Deren Vertreter Franz Schnitzler betonte: «Eine Mengensteuerung wird das Problem nicht lösen.

» Schon deswegen nicht, weil «wir selbst die Milchquoten ausgehebelt haben». Im Übrigen liegen seiner Ansicht nach die Probleme nicht bei der Menge, sondern beim Absatz. Wie der Milchpreis steigen kann? «Kurzfristig können wir gar nichts machen», so Schnitzler. Man sollte bei den Verbrauchern mehr für Milchprodukte werben. «Das haben wir alle versäumt», räumte er ein.

Anderer Ansicht war Thomas Bertl aus Wildsteig vom BDM-Kreisverband Weilheim-Schongau und Vizevorsitzender des Butterwerks Schongau. Mengensteuerung zeige durchaus Wirkung, meinte er. Er forderte die Milchbauern auf, dem «Milchboard» beizutreten, der sich um eine bessere Vermarktung kümmern soll. Zudem stellte er Gestaltungsmöglichkeiten für Verträge zwischen Milchbauern und Molkereigenossenschaften vor.

Wenig begeistert zeigte sich davon Schnitzler, da er sich als Genossenschaftsvertreter darauf nicht habe vorbereiten können. Ihm sei nicht ganz klar, zu was für einer Veranstaltung er eigentlich eingeladen worden sei, meinte er. Er überlege, den Raum zu verlassen. Diese Äußerungen ließen die Emotionen hochkochen.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen