Buchloe
Eingezwängt im Trockenturm

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Innerhalb von 15 Minuten rücken sechs Feuerwehren aus verschiedenen Landkreisen an. Dazu kommen Rotes Kreuz, Wasserwacht und DLRG. Zelte werden aufgebaut, Stromaggregate laufen und die Unterstützungsgruppe des Landkreises für die örtliche Einsatzleitung fährt modernste Kommunikationsmittel auf. Es entsteht ein regelrechtes Chaos auf dem Gelände der Buchloer Karwendelwerke. So präsentiert sich die Situation zumindest den zahlreichen Beobachtern einer Großübung der Rettungskräfte. Tatsächlich sprechen auch die Profis von einer sogenannten Chaosphase zu Beginn einer jeden Rettungsaktion, bis man sich einen Überblick über die Schadenssituation gemacht hat und die optimale Fahrzeugplatzierung erreicht ist.

Vier nahezu zeitgleiche Schadensszenarien hatte sich Kreisbrandmeister Thomas Ogiermann für die Übung ausgedacht. Die rund 120 Rettungskräfte hatten einen Salzsäure- und Ammoniakunfall, einen Betriebsunfall in der Werkstatt und eine komplexe Personenrettung aus dem Trockenturm abzuarbeiten. Eine derartige Anhäufung von Unfällen werde es in der Praxis wohl nie geben, gab der Kreisbrandmeister und zukünftige Kreisbrandrat Markus Barnsteiner offen zu. Vor allem die Führungskräfte sollten bewusst an ihre Grenzen stoßen. Außerdem musste ein neues Alarmierungskonzept erprobt werden. Im Dezember wird die «Integrierte Leitstelle Allgäu» in Betrieb gehen, die Feuerwehren sind dann in verschiedene Bereichszonen eingeteilt, um landkreisüberschreitend eingesetzt werden zu können. Die Übung diente in diesem Sinne auch zum Kennenlernen der Wehren untereinander.

Das wohl spektakulärste Szenario war die Bergung von zwei «Wirbelsäulen-Verletzten» aus dem 30 Meter hohen Trockenturm. Hier waren die Wasserwacht-Schnelleinsatzgruppe und die Buchloer Drehleiter gefragt, um die Opfer liegend und möglichst schonend aus dem Gebäude zu bekommen. Mit Hilfe von Seiltechnik aus dem Bereich der Wasserrettung wurde ein Verletzter mit der Korbtrage zunächst in der großen Halle aufgeseilt, um dann mit der Drehleiter ebenfalls liegend vom Dach geborgen zu werden.

Die Feuerwehr-Führungskräfte zeigten sich durchweg zufrieden mit dem Ablauf der Übung. Für Kommandant Helmut Weiß ist es gerade für Buchloe mit seiner Lage an der Landkreisgrenze wichtig, Unterstützung von «außen» zu bekommen. Und Barnsteiner ist sich sicher, für den Ernstfall gut gerüstet zu sein.

Sein Dank galt vor allem den Karwendelwerken, die bei laufendem Betrieb die Übung ermöglicht hatten. Seit 30 Jahren unterhält Karwendel sogar eine eigene Betriebsfeuerwehr, die ebenfalls an der Übung teilnahm. Auch Bürgermeister Josef Schweinberger war als Beobachter zugegen und er lobte die «hervorragende Zusammenarbeit» der Landkreise.

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