Behindertenbeirat
Einer der Ersten in ganz Bayern

«Die Belange der Behinderten werden künftig von der Stadt Memmingen bei allen öffentlichen Bauvorhaben stärker berücksichtigt.» Dieser Satz stand vor 20 Jahren in der Memminger Zeitung. Anlass war der Beschluss des Stadtrates, einen städtischen Behindertenbeirat zu gründen (siehe auch Infokasten).

Das im Jahr 1990 aus der Taufe gehobene Gremium, das heute rund 4000 Menschen in der Maustadt vertritt, war eines der ersten seiner Art in ganz Bayern. Es gilt als Vorreiter für andere Kommunen, das in einigen Bereichen Pionierarbeit geleistet hat. Vorsitzende ist seit der Gründung die Memminger SPD-Stadträtin Verena Gotzes, die selbst im Rollstuhl sitzt.

Die Gründung des Beirats erfolgte nicht von heute auf morgen. Es gab eine jahrelange Vorgeschichte: «Gewissermaßen die Keimzelle war die - nach wie vor aktive - Behindertenkontaktgruppe, die seit 1981 besteht», blickt Gotzes zurück, «ab dem Jahr 1988 haben sich dann verschiedene Gruppen getroffen - mit dem Ziel, einen Behindertenbeirat ins Leben zu rufen.»

Von Anfang an habe der Beirat «nie irgendetwas Unmögliches beantragt und immer den Kompromiss gesucht», sagt die städtische Behindertenbeauftragte Heidi Dintel. Augenzwinkernd fügt Verena Gotzes hinzu, dass man beizeiten aber auch taktisch vorgehen müsse, um weiterzukommen - wie vor der Beiratsgründung im Jahr 1990: «Damals standen Kommunalwahlen an. Davor haben wir uns an alle Parteien gewandt. Das hat uns schon ein bisschen geholfen», erinnert sich die langjährige Beiratsvorsitzende mit feiner Ironie.

«Wichtige und wertvolle Arbeit»

Natürlich gebe es auch immer wieder mal Differenzen mit der Stadt, zum Beispiel wegen des Kinozentrums im Gewerbegebiet Nord, über das sich nach wie vor Menschen mit Behinderung bei ihren Interessenvertretern beschwerten.

Doch generell könne man von einer «guten Zusammenarbeit» mit dem Rathaus sprechen, betonen Dintel und Gotzes. Auch Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger und Sozialreferatsleiter Manfred Mäuerle verteilen rhetorische Blumensträuße: Sie würdigen die «wichtige und wertvolle Arbeit» des Gremiums. «Sie war in all den Jahren immer geprägt von gegenseitigem Respekt und Verständnis», macht Mäuerle deutlich.

Hauptziel sei schon vor der Gründung gewesen, dass der Beirat möglichst mit Menschen besetzt werde, die selbst von einer Behinderung betroffen seien und damit aus eigener Erfahrung mitreden könnten. «Das ist uns in den vergangenen 20 Jahren immer gut gelungen», betont Mäuerle.

Gotzes ergänzt: «Die städtischen Stellen haben schnell gemerkt, dass wir zum Beispiel bei Bauprojekten Fachwissen einbringen können, von dem alle Beteiligten profitieren.»

Feierlichkeiten Zum 20-jährigen Bestehen soll es im Juni eine Feierstunde im Rathaus geben. Außerdem will der Beirat eine Informationsbroschüre über seine Arbeit herausgeben. Er versucht auch, den bekannten Saxofonisten Klaus Kreuzeder für einen Auftritt im Rahmen der «Meile» 2011 zu gewinnen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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