Kempten
Eine Steinplatte zeugt vom Terror der Nazis

Vor der Zeit des Nationalsozialismus gab es in Kempten ein bescheidenes jüdisches Leben - heute zeugen davon nur noch wenige Spuren. Der jüdische Friedhof am westlichen Rand des katholischen Friedhofs ist darum ein besonderes Denkmal. Anlässlich des Europäischen Tags der jüdischen Kultur veranstaltete die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) eine Führung mit Dr. Peter Schindler.

Dabei erfuhren die Teilnehmer beispielsweise, dass die jüdische Gemeinde 1877 das Grundstück erwarb, auf dem im Laufe der Zeit in 33 Gräbern 43 Menschen ihre letzte Ruhestätte fanden. Nach jüdischer Sitte ist der Friedhof eine Einrichtung für die Ewigkeit. Die Gemeinschaft fühlt sich dafür verantwortlich, dass die Gräber erhalten bleiben.

Der Freundschaft des Oberbürgermeisters Dr. Otto Merkt mit dem jüdischen Bürger Sigmund Ullmann ist es laut Dr. Schindler zu verdanken, dass der Friedhof in der Nazizeit weder geschändet noch zerstört wurde. Merkt verwirklichte die Idee, dass die jüdische Gemeinde das Grundstück der Stadt zum Geschenk machte, und schützte dieses nunmehr städtische Eigentum durch eine Hecke. Erst im Jahre 1955 wurde der Friedhof zurückgegeben.

Beispielhaft berichtete Schindler über das Schicksal einiger Familien, die ihre Grabstätten auf dem Friedhof haben. Auf einer großen Steinplatte sind die Namen der jüdischen Bürger eingemeißelt, die Opfer des Naziterrors wurden. Im April 2008 fand durch eine Ausnahmegenehmigung auf dem Friedhof die letzte Beerdigung statt.

Der Besuch des Friedhofs ist zu den Öffnungszeiten des katholischen Friedhofs möglich.

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