Maierhöfen/Westallgäu
Eine Sammelbox in jedem Ort

Kaffee, Konserven, Babynahrung, Säfte, Kosmetika, Waschmittel und mehr soll künftig in den Rathäusern oder Dorfläden der Landkreisgemeinden und -städte für die Lindenberger und Lindauer Tafel gesammelt werden. Das haben die Rathauschefs auf der Bürgermeisterversammlung im Ibergzentrum in Maierhöfen am Montagnachmittag entschieden. Zusammen mit Caritasverband-Geschäftsführer Harald Thomas stellte Stephan Himmler dort das neue Konzept vor. Der Inhaber der Cafébar «Wohnzimmer» am Lindenberger Stadtplatz kümmert sich seit September ehrenamtlich um die Koordination der beiden Läden. Die Caritas ist Träger der Tafeln.

Bisher sind Produkte wie Zahnpasta oder Tee Mangelware in den Tafelläden, wie Thomas Auskunft gibt. «Es gibt einige Warengruppen, die wir dringend benötigen, die wir jedoch aufgrund der langen Haltbarkeit nicht bekommen.» Durch die täglichen Spenden von Bäckern Discountern, Lebensmittelproduzenten (Hochland, Bayernland, Gut Adlersreuth, Tekrum) und teilweise Bauern und Gärtnern «haben wir aber immer ein gutes Angebot an Brot, Obst und Gemüse», so Thomas.

Bei der Idee, an zentraler Stelle im Ort eine 60-Liter-Kunststoff-Sammelbox aufzustellen, entstünde der Gemeinde kein Aufwand, wie Himmler betont. Die Caritas leert die Boxen je nach Bedarf. Wichtig ist ihm, dass um die Boxen keine Gitter kommen. Denn «das soll kein Gefängnis für Lebensmittel werden.»

«Viele wollen spenden, fahren aber nicht wegen drei Päckle Waschpulver von Maierhöfen rauf nach Lindenberg zum Tafelladen», erklärte Himmler den Bürgermeistern. «Wir haben aber nach unseren Kauf-ein-Teil-mehr-Aktionen erfahren, dass viele Bürger im Landkreis gerne auch privat Lebensmittel spenden», ergänzte Thomas. Für ihn und Himmler steht fest, dass die Zahl der Tafelkunden aufgrund der aktuellen Wirtschaftssituation in den kommenden Jahren weiter steigen wird.

Ob nun im Rathaus, Dorfladen oder an ganz anderer Stelle: In den kommenden zwei Wochen wollen die Bürgermeister in ihrem Ort einen geeigneten Aufstellplatz suchen. Wenn der gefunden ist, soll die Aktion über Gemeinde- und Pfarrblatt sowie Heimatzeitung bekannt gemacht werden. «Es ist ein geringer Aufwand für das, was dabei rauskommen kann», glaubt Himmler.

Und selbst, wenn die Sache nicht den gewünschten Erfolg bringt - «haben wir nichts verloren. Und wenn viel zusammenkommt, ist es umso toller», so Himmler.

Der Hergatzer Bürgermeister Uwe Giebl begrüßt die Aktion zwar generell, befürchtet aber, dass Bewohner seiner Gemeinde «zu weit weg sind von Lindenberg» und ihnen daher der Bezug fehlen könnte. Dem setzte Thomas entgegen, dass für Hergatz momentan vier Berechtigungsausweise für die Tafelläden ausgestellt sind. «Hilfsbedürftige Menschen gibt es überall. Die Leute leben unter uns», so Himmler.

Grünenbachs Rathauschef Markus Eugler sprach das Problem an, dass ein «gewisser Anteil» der abgegebenen Sachen nicht verwertbar sein könnte. Auch hier sieht Geschäftsführer Thomas keine Probleme. «Die Leute sind sehr gewissenhaft. Ich glaube nicht, dass es einen Missbrauch der Boxen gibt.»

Sowohl Bürgermeister Thomas Eigstler (Wasserburg) als auch Amtskollege Anton Wolf aus Stiefenhofen heißen die Idee für gut. «Dieses Thema verdient Unterstützung - auch, weil viele Ehrenamtliche daran beteiligt sind», so Eigstler.

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