Kaufbeuren
Eine perfekte Inszenierung

Es war einer der berühmten Eishockeyabende, über die man in Kaufbeuren noch lange sprechen wird. Dessen Krönung wäre nur noch ein vorgezogenes Silvesterfeuerwerk gewesen. Inspiriert durch die Saisonrekordkulisse von 4429 Zuschauern zeigte der ESV Kaufbeuren beim 5:4-Erfolg gegen die Schwenninger Wild Wings die stärkste Saisonleistung in der zweiten Eishockey-Bundesliga und setzte im letzten Heimspiel dem erfolgreichen Eishockeyjahr 2009 buchstäblich die Krone auf.

«Die Gewinner waren heute die Zuschauer», sagte Gäste-Trainer Axel Kammerer gleich zur Einführung seiner Spielanalyse und gratulierte dem ESVK zu einem nicht unverdienten Sieg. «Entertainment pur» nannte sein begeisterter Kollege Ken Latta die Inszenierung an diesem Abend, zu dem die Schwenninger Fanschar einen wesentlichen Beitrag leistete. Die rund 1000 Gästefans die mit einem Sonderzug und zahlreichen Bussen ins Allgäu angereist waren, schafften schon lange vor dem Spiel Gänsehaut-Stimmung in der Sparkassen-Arena.

Unbeeindruckt von der anfänglichen Auswärtsatmosphäre sorgten jedoch die begeistert aufspielenden Joker auf dem Eis dafür, dass es schnell auch auf den Rängen zu einem stimmgewaltigen Schlagabtausch kam.

«Es ist schon beeindruckend, wenn du vor so einer Kulisse spielen darfst», sagte Torhüter Thomas Tragust und zog dabei eine Parallele zum Saisonauftaktsieg gegen die Wild Wings.

Dass man dem Tabellenzweiten erneut auch spielerisch Paroli bieten konnte, zeigten die beiden herrlich herausgespielten Tore von Jakub Körner und Daniel Oppolzer im Startdrittel. Körner wäre dabei in der Schlussphase, als die Partie beim Stand von 4:4 auf Messers Schneide stand, beinahe noch zum tragischen Held geworden, als er sich eine Strafzeit wegen Spielverzögerung einhandelte.

«Was einem da durch den Kopf geht, kann man in Worten gar nicht beschreiben», berichtete der sichtlich erleichterte Verteidiger, der anschließend für seine starke Gesamtleistung mit der Wahl zum Spieler des Tages ausgezeichnet wurde.

Das Prädikat «alles richtig gemacht» konnte sich an diesem Abend auch Trainer Ken Latta an den viel zitierten Kragen heften, als er unmittelbar nach der erteilten Strafzeit an den Schwenninger Ryan Gaucher in der Verlängerung eine Auszeit nahm. Zwar kosteten seine Jungs die Überzahl buchstäblich bis zur letzten Sekunde aus, doch dann erzielte Go Tanaka den umjubelten Siegtreffer.

«Mich freut es ganz besonders, dass Go diesen wichtigen Treffer erzielt hat und damit auch für die Leistungssteigerung der letzten Wochen belohnt wurde», sagte ein erleichterter Ken Latta.

Viel Zeit zum Ausruhen blieb nicht für die sichtlich müden ESVK-Spieler, die fast zu kaputt waren, um sich ausgiebig feiern zu lassen. Denn schon heute Abend um 20 Uhr steht das Auswärtsspiel beim Tabellenzwölften aus Crimmitschau auf dem Programm. «Wenn wir da noch das ein oder andere Pünktchen mitnehmen, wäre es das i-Tüpfelchen auf zwei super Wochen», sagt ESVK-Sprecher Christian Demel.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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