Weiler-Simmerberg
Eine Küche für Kinder rollt an

Der Geruch von geschmolzenem Käse und Zwiebeln liegt in der Luft. Kässpatzen stehen im Spieledorf auf der Speisekarte, zubereitet von Küchenchef Ralf Hörger und zwei Dutzend Buben und Mädchen. Möglich macht das die neue «rollende Küche». Vier bis zwölfjährige Kinder sollen dort für das «Erlebnis gesundes Kochen» begeistert werden. «Ein schönes Gemeinschaftswerk», sagt Horst Steinhauser, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Krumbach-Familienstiftung, angesichts der breiten Unterstützung für das Projekt.

Im Kinderspieldorf an der Weilerer Schule hat die rollende Küche ihre erste Station im Westallgäu. Die Einrichtung hat alles, was ein Koch benötigt: Herd, Ceran-Kochfeld, Heißwasser-Boiler, Spüle, Arbeitsflächen. 20 Kinder können hier unter der Obhut von Ralf Hörger und seiner Frau kochen. Mit an Bord ist ein Zelt samt Tischen und Sitzpolstern. Schließlich sollen die Kinder an fachgerecht eingedeckten Tischen das «gemeinsam zubereitete Essen genießen, dazugehörende Tischsitten eingeschlossen» (Steinhauser).

Der Küchenanhänger wird Kindergärten und Schulen besuchen oder für Kinderkoch-Aktionen genutzt werden. Buben und Mädchen sollen unter Anleitung regionale Produkte zu einem gesunden Menü verarbeiten. Von Ostern bis etwa Oktober wird die Küche unterwegs sein. Zudem gibt es Überlegungen, wie die Einrichtung im Winter genutzt werden kann.

Das Konzept kommt an. Heuer ist die rollende Küche bereits ausgebucht, berichtet Claudia Voigt-Freundl, die das Mobil für die Familienstiftung «managt».

Den Kindern früh vermitteln, «welche super Sachen wir mit regionalen Produkten machen können» (Hörger) ist ein Ziel der Küche. Über die Kinder sollen zudem die Eltern angehalten werden, auf eine gesunde Ernährung zu achten. Zusammen mit der Sophie-Scholl-Schule in Leutkirch ist ein pädagogisches Konzept ausgearbeitet worden. In Workshops sollen Lehrer, Erzieher und Eltern für das Thema begeistert werden.

Die Idee zu der rollenden Küche hatte Ralf Hörger. Gesunde Ernährung und die Vermarktung regionaler Produkte sind dem früheren Küchenchef des Lindauer Krankenhauses ein besonderes Anliegen. Vor zwei Jahren hat Hörger erstmals mit der Krumbach-Familienstiftung zusammengearbeitet. Damals kochte er im Rahmen eines Landzunge-Projektes bei der Oberschwabenschau mit Kindern.

Schnell war die Idee für eine rollende Küche geboren. Hörger dachte dabei zuerst an einen Truck. Das war freilich schlicht nicht zu finanzieren. Geworden ist es schließlich ein Schankwagen, wie ihn Brauereien für Feste nutzen. «Kindgerecht und sicher ausgestattet», wie Hörger erklärt. Wichtige Hilfestellung kam dabei von der Firma Dethleffs. In der Lehrwerkstatt des Caravan-Spezialisten ist der Anhänger ausgebaut worden.

Genutzt werden Camping-Produkte, weil eine normale Küchenausstattung zu schwer für den Anhänger gewesen wäre.

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