Füssen
Eine Idee wird zu Grabe getragen

Die Idee eines Gesundheitsparks Füssen, der das Krankenhaus auf lange Sicht sichern sollte, hat Landrat Johann Fleschhut beerdigt. Das bei der Klinik vorgesehene Pflegeheim wird das Rote Kreuz nun doch lieber im Westen errichten, das geplante Ärztehaus wackelt bedenklich. Zwar sagt der Verwaltungsrats-Vorsitzende der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren: «Das Krankenhaus Füssen ist aus meiner Sicht zur Zeit nicht in Gefahr.» Freilich schiebt er hinterher: «Aber es wird nicht so stark, wie ich es mir gewünscht hätte.»

Auf drei Säulen (Krankenhaus, Pflegeheim, Ärztehaus) sollte der Gesundheitspark stehen - und damit den Gesundheitsstandort Füssen nachhaltig stärken, wie der Landrat immer betonte. Doch die Säulen brechen nach und nach weg: So will der Kreisverband Ostallgäu des Bayerischen Roten Kreuzes sein neues Pflegeheim nun doch auf dem eigenen Grundstück an der Ostlandstraße bauen (wir berichteten).

Auch die zweite Säule, das Ärztehaus, wackelt bedenklich. Denn seitdem im Stadtrat ernsthaft über ein weiteres Ärztehaus an der Augsburger Straße gesprochen wird, hat Investor Jürgen Jentsch Probleme, für sein Projekt beim Krankenhaus ausreichend Mieter zu finden. «Ein Hemmnis ist, dass einige Ärzte unentschlossen sind», räumt Jentsch ein. Vor allem würde er für sein Ärztehaus an der Klinik Fachärzte benötigen. Er wünscht sich von der Stadt «ein eindeutiges Signal».

Ende Juli fällt die Entscheidung

Die Zeit dafür drängt. Denn bis Ende Juli wollen Fleschhut und Jentsch endgültig klären, ob das Ärztehaus beim Krankenhaus realisiert wird oder nicht. Der Landrat ist skeptisch, ob sich der Stadtrat tatsächlich eindeutig für dieses Projekt - und damit gegen das Vorhaben an der Augsburger Straße - ausspricht: «Aus heutiger Sicht ist das sehr fraglich.»

Vom Drei-Säulen-Modell bliebe dann nur noch das Krankenhaus übrig. Wenigstens hier läuft es gut: Die Chirurgie hat die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent gesteigert, auch die Innere Abteilung (plus 13 Prozent) und die Geriatrie (plus 14 Prozent) haben ungewöhnlich hohe Zuwachsraten - normal sind um die zwei Prozent.

Doch hakt es beim geplanten Ausbau der Geriatrischen Rehabilitation: Von 20 auf 60 bis 70 Betten wollte man die Abteilung ausbauen - genehmigt haben die Kassen aber nur 25 Betten. Die Gespräche seien «nicht gerade erbaulich» verlaufen, räumt Fleschhut ein. Doch abgehakt hat er einen größeren Ausbau der Geriatrie noch lange nicht, hier sei das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Wie das Krankenhaus insgesamt in Zukunft aufgestellt werden soll, ist nach dem Scheitern eines Gesundheitsparks mit drei Säulen unklar. «Wir müssen uns ein neues Konzept überlegen, wie wir Füssen fortführen wollen», sagt Fleschhut.

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