Unterallgäu
Eine ganze Schule auf Pilgerreise

Über 60 Kilometer haben sie schon hinter sich. 180 Schüler der Hauptschule Thannhausen (Landkreis Günzburg) mit 30 Erwachsenen, darunter Lehrer und Eltern, haben sich am vergangenen Montag in Thannhausen aufgemacht, um entlang des schwäbischen Jakobswegs zu wandern. Ihr Weg führt sie unter anderem über Babenhausen, Memmingen und Bad Grönenbach zu ihrem Ziel, der Basilika in Ottobeuren (alles Unterallgäu).

Schüler aller Konfessionen, sogar muslimische Kinder, sind mit dabei. Auch das Alter ist bunt gemischt. Von der fünften bis zur zehnten Klasse wandern sie gemeinsam fünf Tage lang auf dem Jakobsweg. Und allesamt sind sie begeistert von ihrer Pilgerreise. Nicht nur der 13-jährige Pascal würde jederzeit wieder an einer Pilgerreise teilnehmen.

Auch Sena, Julia und Tugba sind, genau wie all die anderen, beeindruckt von der Wanderung: «Besonders am Abend ist es total witzig mit unseren Lehrern», erzählen die drei. Während Rehe, die sie im Wald entdeckten, beim elfjährigen Dominic einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, sind die Älteren begeistert von der Möglichkeit, endlich mal stundenlang über alle möglichen Themen zu quatschen. «In der Schule dürfen wir das ja nicht.

» Auf ihrer Wanderung macht die Gruppe natürlich viele Pausen, besucht verschiedene Wallfahrtsorte, aber auch Meditation und Besinnung gehören dazu. Abends wird es dann, nach der heiß ersehnten Dusche, am Lagerfeuer mit Spielen richtig gesellig.

In Babenhausen gab es sogar eigens für die Pilger eine Kinovorstellung. Und obwohl alle ziemlich müde sind von der langen Wanderung, hört man sie schon von weitem lachend und laut schnatternd den Waldweg entlangkommen. «Eigentlich führt der Jakobsweg auf der Straße, aber mit einer so großen Gruppe dort zu laufen wäre viel zu gefährlich», erzählt Lehrerin Brigitte Wiedemann. «Deshalb mussten wir uns andere Wege suchen.

» Sie hat gemeinsam mit ihren Kollegen Markus Donderer und Markus Schuberth diese Reise monatelang geplant. Eine organisatorische Meisterleistung, die die drei da vollbracht haben. Schließlich mussten Übernachtungsmöglichkeiten gefunden und die Wege erkundet werden. Fahrzeuge mit Getränken und Bänken, ein Fahrzeug fürs Gepäck sowie ein Sanitätsfahrzeug - sollten stets dabei sein.

Der Grundgedanke der Pilgerreise, nämlich Gruppendynamik und -kommunikation zu stärken, ist aufgegangen. «Die Schüler helfen sich gegenseitig, wenn zum Beispiel Fünftklässler Heimweh haben, dann werden sie von den älteren Schülern getröstet», erzählt Donderer und es ist ihm anzusehen, wie stolz er auf seine Schüler ist.

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