Hegratsried
Eine Familie setzt sich zur Wehr

Die Frist für Martin und Margit Stöger ist diese Woche abgelaufen. 2150 Euro Strafe hätten die Landwirte bis Mittwoch zahlen müssen, weil sie sich geweigert haben, ihr Vieh gegen die Blauzungenkrankheit zu impfen. Wieder einmal. Schon im Vorjahr, als die Impfung zur Pflicht wurde, haben sich die beiden 34-Jährigen trotz Ankündigung empfindlicher Strafen zur Wehr gesetzt - und nicht impfen lassen. «Es gibt zu viele Ungereimtheiten und niemanden, der die Fragen der Landwirte beantwortet», erklären die Eltern von fünf Kindern, warum sie zu Impfgegnern geworden sind.

Anfangs waren Stögers nur skeptisch, keine strengen Gegner. Erst als sie sich zunehmend mit dem Thema auseinandergesetzt haben, stiegen die Zweifel. «Einige Kollegen haben von massiven Schäden nach der Impfung berichtet, uns gewarnt», sagt Martin Stöger. Von veränderter Fruchtbarkeit und gestiegenen Tierarztkosten berichteten Landwirte, auch von verendeten Kühen. Stögers selbst haben auch Erfahrungen gemacht, denn einen Teil ihres Jungviehs mussten sie doch impfen lassen - um es im Frühjahr auf die gemeinschaftlich genutzten Alpen schicken zu dürfen. Die Folgen dieser Impfung waren deutlich spürbar: «Im Stall herrschte Stillstand», beschreibt Margit Stöger Fruchtbarkeitsschäden. Mit ihren Zweifeln stieg bei den Stögers, die in etwa 60 Kühe und nochmal 65 Stück Jungvieh haben, auch die Sorge.

Zumal die Schäden nach Ansicht vieler Landwirte von Seiten des Veterinäramts verharmlost, teilweise auch abgeblockt würden. Kosten für Nachuntersuchungen müssten Landwirte zudem selbst bezahlten. «Das ist alles seltsam», finden die Stögers. «An gesunden Tieren haben nur Landwirte und Verbraucher ein Interesse.»

Mit dem Wissensstand sei Impfen für sie verantwortungslos: gegenüber der eigenen Familie, Verbrauchern - und nicht zuletzt gegenüber den Tieren, argumentieren Stögers. «Meinen Kindern würde ich keine Milch eines geimpften Tieres geben», sagt Margit Stöger. Was die beiden zudem stört: Der Landwirt soll weiterhin die Produkthaftung für abgegebenes Fleisch und die Milch geben. «Wie aber soll das gehen?», fragt Stöger. Schließlich seien im Impfstoff mehrere Giftstoffe enthalten, die aus einem Betriebskreislauf nur schwer wieder herauszubekommen sind.

Klage eingereicht

Solange keine Unbedenklichkeitsbescheinigung eines unabhängigen Instituts vorliegt, will das Paar abwarten und die Angelegenheit aussitzen. Mut macht Stögers, dass Leute auf dem abgelegenen Hof vorbeikommen und nach ihren Produkten nachfragen. Was in nächster Zeit jedoch auf sie zukommt, wissen beide nicht. «Aber bestimmt lassen wir uns nicht dazu zwingen, freiwillig zu impfen», stellt Martin Stöger klar. Das wäre paradox - und daher hat er Klage gegen die Impfpflicht eingereicht.

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