Marktoberdorf
Eine dicke Hülle und neue Spartechnik für die Schule

Richard Siegert als Projektleiter vom Bauamt der Stadt ist froh, dass die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt zur Sanierung der Hauptschule Marktoberdorf schon vor einigen Monaten vor allem an Firmen aus der Region vergeben worden waren. Wegen des Konjunkturpakets II sind nämlich derzeit Handwerksbetriebe kurzfristig kaum für solche Aufträge zu gewinnen. Doch bei der Hauptschule muss ein Großteil der Arbeiten in den Ferien passieren: Der Lärm durch das Hämmern, Flexen und Sägen soll bald gedrosselt sein und so die rund 550 Schüler möglichst wenig beim Lernen stören.

Zwölf Firmen sind während der Ferien in das Gebäude des Hauptschulverbandes eingezogen. Dort laufen zum einen noch Restarbeiten am ersten Bauabschnitt (Süd- und Westtrakt), in dem auch die Klassenzimmer untergebracht sind. Zum anderen wurden im Nord- und Ostflügel alle Fenster ausgewechselt. Nun wird das Dach isoliert und erneuert. Gleichzeitig erhält die Fassade eine 16 Zentimeter dicke Wärmedämmung aus Mineralfaser, die hinter einer Aluminiumblende verschwindet. Insgesamt 6000 Quadratmeter Fassadenfläche werden auf diese Weise verpackt.

40 bis 50 Prozent weniger Energieverbrauch

Gearbeitet wird auch im Innenhof. Hier führte ebenfalls der Klimaschutz bei den Planungen Regie: Die gesamte Südfassade mit ihren großen Fenstern zum Hof hin wird - um Kältebrücken zu vermeiden - nicht mehr zwischen die Betonträger montiert, sondern vorgeblendet.

Ziel all dieser Maßnahmen sei es, künftig 40 bis 50 Prozent weniger Energie für Strom und Wärme ausgeben zu müssen. Dadurch sinken die Energiekosten voraussichtlich um einen fünfstelligen Euro-Betrag pro Jahr, berichtet Siegert.

Dazu genügt die Dämmung alleine nicht. «Wenn bisher abends ein Volkshochschulkurs in einem Klassenzimmer stattfand, mussten wir einen ganzen Flügel beheizen», erklärt Siegert. Statt vier Etagen mit vielen Räumen kann künftig von einer Leitstelle aus die Heizung in jedem Raum programmiert werden.

«Endet der Unterricht um 13 Uhr, wird die Heizung gedrosselt. Kommt um 18 Uhr ein VHS-Kurs, schalten wir die Heizkörper wieder an», so Siegert.

Bis das alles funktioniert, vergeht noch einige Zeit. Erst Ende 2010 werden alle Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein. Denn wenn am 15. September wieder der Unterricht beginnt, können die Handwerker nur jeweils vier bis fünf Räume belegen. Diese werden dann auch innen Schritt für Schritt modernisiert.

Wenn alles fertig ist, werden rund 5,8 Millionen Euro verbaut sein. Siegert stellt dabei noch eine zweite Folge des Konjunkturpakets fest: Im Bereich Dämmung und Wärmetechnik - dem Schwerpunkt des Förderprogramms - sind die Preise zum Teil um 20 Prozent gestiegen.

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