Eine bewundernswerte Gemeinschaftsleistung

Emmenhausen (sei). Am 2. Juni vergangenen Jahres war erst die Grundsteinlegung und am Freitagabend musste das Dorfgemeinschaftshaus in Emmenhausen bereits seine erste Bewährungsprobe bestehen: Mit Spanferkel und Fassbier wurde 'Hebauf' gefeiert - ein kleines Dankeschön für die vielen freiwilligen Helfer am Bau.

Hoch oben auf dem Baugerüst stand Zimmerermeister Winfried Settele mit seinem Gesellen und leerte beim traditionellen Richtspruch ein paar Gläser - auf das Wohl der Gemeinde als Bauherr, des Architekten und vor allem derjenigen, die 'mit Schweiß und Anstrengung haben viel vollbracht und trotz der unbezahlten Arbeit noch gelacht'. In Versform brachte Settele zum Ausdruck, worauf die 230 Dorfbewohner besonders stolz sind: auf das gemeinsam Erreichte. Nach 4500 Stunden Eigenleistung steht nun der Rohbau, das Dach ist eingedeckt. Neben den freiwilligen Arbeitern mit Kelle und Mörtel waren vor allem die 'Dorffrauen' gefordert, die sich oftmals die bange Frage gestellt hätten: 'Wie bringen wir 50 Schnitzel in die Pfanne?' Doch die Verpflegung habe immer geklappt und sei 'gut und reichlich' gewesen, wie aus zuverlässiger Quelle zu erfahren war.

Der sichtlich gut gelaunte Bürgermeister Josef Demmler zeigte denn auch stolz auf das Geschaffene, vor allem auf die ehrenamtliche Gemeinschaftsleistung, und verkündete: 'Mich freut es für Euch.' Aber Leben in das neue Gemäuer müsse die Dorfgemeinschaft selbst hineinbringen. Letzterer Hinweis erwies sich jedoch schnell als überflüssig. Denn die Stimmung und Freude die bei Fassbier und Spanferkel im künftigen Versammlungsraum zu erleben waren, sprachen für sich.

So würdigte auch die stellvertretende Landrätin und Landtagsabgeordnete Angelika Schorer den 'gewachsenen Gemeinschaftssinn' im Waaler Gemeindeteil. Wichtig sei es gewesen, dass man gemeinsam eine Förderung für das Projekt auf den Weg gebracht habe. Über das EU-Programm 'Leader' stünden rund 140 000 Euro zur Verfügung. Schorer bedankte sich im Namen des Landkreises dafür, dass 40 Prozent der Bausumme in Eigenleistung erbracht werden. Es sei bewundernswert, wie ein Ort mit rund 230 Einwohnern eine 'solche Gemeinschaftsleistung' vollbringt.

Dr. Alois Kling, der für die 'Leader'-Förderung zuständig ist, brachte seine Freude über den 'ganz erheblichen Baufortschritt' zum Ausdruck, von dem er allerdings nicht überrascht gewesen sei. Die 'Sache' laufe wegen des schlüssigen Konzeptes für das Dorfhaus so gut und sie liege in kompetenten und engagierten Händen. Der Zusammenhalt der Bürger sei vorbildlich, was er nicht von jeder Gemeinde behaupten könne.

Mit Handlampen durch Rohbau

Bürgermeister Demmler ging detailliert auf den Werdegang des Projektes ein. Rund 194000 Euro habe man bereits ausgegeben und 67300 Euro an Zuwendungen erhalten. Die Vertreterin des Arbeitskreises 'Dorfhaus', Katrin Mohrenweis, führte im Schein von Handlampen durch den Rohbau und vermittelte bereits einen Eindruck vom künftigen Leben im Haus - wo für den Weiberfasching geprobt werden wird, wo sich die Motorradfreunde treffen und wie die Burgschützen ihre Schießstände aufbauen.

Auch nach dem 'Hebauf' sind die Emmenhausener fortwährend am Tüfteln. Derzeit überlegt man, ob statt der geplanten Pelletsheizung nicht die Nutzung der Abwärme einer benachbarten Biogasanlage sinnvoller wäre.

iTrotz der großen Arbeitsleistung und der Zuschüsse ist der Arbeitskreis 'Dorfhaus' nach wie vor auf Spenden angewiesen. Das Spendenkonto 'Dorfhaus' hat die Nummer 0140825417 bei der Raiffeisenbank Kirchweihtal (Bankleitzahl 73369918).

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