Maria-Thann
Eindrucksvolle Tutti, variantenreiche Soli

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Das Jahreskonzert im Advent ist der musikalische Höhepunkt für die Mitglieder der Musikkapelle Maria-Thann. «Wir werden Ihnen jetzt die Früchte wochenlanger intensiver Arbeit vorstellen», versprach Michael Müller, der Vorsitzende der Kapelle.

53 Instrumentalisten besetzten das große Podium und eröffneten die Serenade mit Thomas Doss «St. Florian Choral», einem ehrfurchtsvollen Gruß an den großen Komponisten des 19. Jahrhunderts, Anton Bruckner. Im technisch anspruchsvollen Piano stellte Dirigent Andreas Loritz das sangliche Choralthema zunächst mit den Holz- und dann mit den Blechbläsern vor und gab so den Freunden der Blasmusik Gelegenheit, in fein abgestuften, zurückhaltenden dynamischen Varianten den vielseitigen Klang der zahlreichen Register des großen Ensembles intensiv zu erleben.

Eine Überraschung bereitete die Kapelle den Kennern der fünf Pomp and Circumstance Märsche von Edward Elgar. Mit Jan Van der Roosts «Ceremonial March» erklang ein Werk, das in seiner royalen Festlichkeit den Kompositionszyklus Elgars passend erweiterte.

Thiemo Kraas «Imagasy» führte die Hörer in die weiten Gefilde unerschöpflichen musikalischen Ideenreichtums. Eine zarte Flöten-, Schlagzeug- und Glockenspieleinleitung bildete den Auftakt zu einer eindrucksvollen Tuttipassage der Bläser. Spieltechnisch schwierigstes Klarinettenspiel verband sich mit den piano aufspielenden Bläsern zu einem zarten Dialog und ließ transparente Phantasiebilder erscheinen.

Der österreichische Komponist Fritz Neuböck will sein «Poème Bleu» als eine in Töne gesetzte Laudatio an seine Lieblingsfarbe blau verstanden wissen. Ein von gestopften Posaunen gespieltes Ostinato bildete gleichsam den farbigen Hintergrund, vor dem die vielen Register das ohrgängige Thema in einem variantenreichem Solospiel als unterschiedliche Blautöne aufleuchten ließen. Mit schwierigen Passagen beeindruckten die Klarinetten und besonders die Hörner. Fanfarenklänge und ein prächtiges da capo des Eingangsthemas entließen die Hörer aus dem Bann der Himmelsfarbe.

Nach diesen stark fordernden Kompositionen der Ober- und Höchststufe gab Andreas Loritz den Konzertbesuchern Gelegenheit zur Entspannung. Der subtile musikalische Humor in den vier Szenen der «Huckleberry Finn Suite» von Franco Cesarini brachte die Musikfreunde zum Schmunzeln. Ein zündend vorgetragenes Medley erinnerte an Eric Claptons Hits und beschloss ein erstklassiges Konzert, das außer dem anerkennenden Beifall durchaus noch einen kräftigen Schuss Applaus verdient hätte.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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