Oberstaufen
Ein zweiter Kessel für die Stromerzeugung

Seit der zweiten April-Hälfte wird unterhalb der B308 wieder gebaut: Direkt an das 2008 fertiggestellte Biomasse-Heizwerk errichten die Marktgemeinde Oberstaufen und die Firma Energiecomfort einen zweiten Gebäudekomplex, in dem ein weiterer Brennkessel schon ab Oktober Strom erzeugen soll. Rund acht Millionen Euro werden dabei investiert. Bis zu 1400 Haushalte lassen sich mit der Energieleistung der 750-Kilowatt-Anlage dann mit Strom versorgen.

Im ersten Bauabschnitt wird ausschließlich Wärme erzeugt. Die derzeit rund 100 Abnehmer stammen vor allem aus dem Tourismus-Bereich, vornan das Freizeitbad «Aquaria» und zahlreiche Hotelbetriebe. «Wichtig ist, dass wir Abnehmer haben, die das ganze Jahr hindurch einen Bedarf an Wärme haben», so Andreas Glatzl von Energiecomfort. So kann die Anlage optimal betrieben werden. Mit weiteren Interessenten laufen derzeit Verhandlungen, sodass die Kapazität des Heiz-Kraftwerkes bald ausgenutzt sein wird, so Energiecomfort-Geschäftsführer Manfred Blöch, der eigens aus Wien ins Allgäu gekommen war. Einen offiziellen Spatenstich für den zweiten Bauabschnitt gab es Mitte April nicht, wohl aber ein Treffen aller am Bau Beteiligten in dieser Woche.

Der zweite Kessel soll primär Strom liefern. Zur Erzeugung werden primär Waldhackschnitzel aus der Region verwendet. Die entstehende Wärme aber soll gleichfalls genutzt werden. Insgesamt kann das Biomasse-Kraftwerk dann 150 Objekte mit Wärme versorgen. Zusätzlich wird dann ab Oktober der mit Biomasse erzeugte Strom ins Netz eingespeist. Als Stromanbieter treten dann aber weder Energiecomfort noch die Marktgemeinde auf. Die Erzeugung und Einspeisung erfolgt vielmehr im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Es sieht eine Förderung der Maßnahme in den nächsten 20 Jahren vor. «Wir hoffen, schon vorher auch etwas Geld mit der Anlage zu verdienen», gab Bürgermeister Walter Grath zu. Primär diene sie dem Ziel, Oberstaufen zur energie-autarken Gemeinde zu machen, so Grath. Er verwies darauf, dass Oberstaufen mit dem Projekt Vorreiter in der Region sei.

Genug Biomasse sei vorhanden: «Allein Oberstaufen verfügt über 60 Quadratkilometer Waldfläche. Und rund 50 Prozent des Bestandes gilt als veraltet», so der Rathauschef. Hocheffizient sei die Kraft-Wärme-Kopplung, so Manfred Blöch. Sie komme derzeit dennoch nur wenig zum Einsatz, da sie insbesondere in den osteuropäischen Ländern ohne entsprechende staatliche Förderung als zu teuer gelte. Doch verwies Blöch darauf, dass die neue Staufner Anlage zur Einsparung von 4000 Tonnen CO² jährlich führe. Sie sei zugleich die modernste Anlage, die das Unternehmen bislang errichtet habe.

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