Kaufbeuren
Ein zweiter Flugsimulator für den Fliegerhorst

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Die Luftwaffenschule auf dem Kaufbeurer Fliegerhorst soll einen zweiten Flugsimulator bekommen. Das teilte Kommandeur Richard Drexl gestern beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Stadt Kaufbeuren und der Bundeswehr mit, an dem wieder zahlreiche Menschen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur, Verwaltung sowie Bundeswehr teilnahmen. Der Bau eines neuen Simulators sei nötig, weil zum einen der bereits bestehende saniert werden müsse, so Drexl. Zum anderen gebe es mehr Übungsbedarf.

Das führe dazu, dass künftig wohl noch mehr Soldaten zu Ausbildungszwecken nach Kaufbeuren kommen werden. Der Simulator, der rund zehn Millionen Euro kostet, soll Anfang 2011 fertig gestellt sein. Außerdem will die Bundeswehr weitere rund sechs Millionen Euro in die Infrastruktur des Fliegerhorstes investieren. Ein neues Unterkunftsgebäude wird errichtet, ein altes aus den 1930er Jahren dafür abgerissen. Von diesen Vorhaben könne womöglich auch die heimische Wirtschaft profitieren, so Drexl.

Kinkel bei «Kaufbeurer Dialog»

Drexl ging auch auf das «Optimierte Eigenmodell» OEM ein, mit dem die Kaufbeurer Militärs seit geraumer Zeit befasst sind. Mit diesem Modell soll der Fliegerhorst beweisen, dass er durch eigenes Wirtschaften genauso effizient und kostengünstig arbeitet, als wenn er privatwirtschaftlich betrieben wird. Wie berichtet, waren in diesem Zusammenhang rund 100 Dienstposten auf dem Fliegerhorst abgebaut worden. Insgesamt sind dort zur Zeit 1200 bis 1300 Menschen als Stammpersonal beschäftigt (13 davon nahmen 2009 an einem Auslandseinsatz teil), dazu werden im Jahr 2010 430 Lehrgänge mit 3600 Lehrgangsteilnehmern erwartet. Drexl ist zuversichtlich, dass das OEM fortgesetzt wird, da es sich in Kaufbeuren bewährt habe. Drexl verwies des Weiteren auf sein neues Projekt «Kaufbeurer Dialog», das eine Schnittstelle zwischen den Streitkräften und der Gesellschaft sein soll.

Auftakt der Vortragsreihe werde ein Besuch des früheren deutschen Außenministers Klaus Kinkel als Gastredner am 25. Februar in Kaufbeuren sein. Zudem ist ein Auftritt der Big Band der Bundeswehr zugunsten der «Kartei der Not», das Leserhilfswerk unserer Zeitung, am 10. September vorgesehen. Nicht zuletzt hat die Bundeswehr gemeinsam mit der Stadt einen Naturerlebnispfad an der Wertach errichtet, der heuer noch eröffnet werden soll. Überhaupt sei das Verhältnis zwischen der Stadt und den Streitkräften sehr gut.

Rückschläge und Lichtblicke

Schwer sei das Jahr 2009 aus Sicht der Stadt gewesen, betonte Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) bei dem Empfang. Er verwies auf einige Rückschläge: So verschiebe sich der Bau des Kaufbeurer Werkes des Hydraulikunternehmens Hawe (in dem bis zu 600 neue Arbeitsplätze entstehen sollen), nach seinen Informationen noch um mindestens zwei Jahre. Auch der Baubeginn des Modemarktes Röther vis-à-vis der Fußgängerzone auf dem Gelände des bereits abgerissenen Martinsheimes habe sich verzögert. «Wir hoffen auf einen Bau im Jahr 2010.» Auch rechnet Bosse mit erheblichen Rückgängen bei der Gewerbe- und Einkommenssteuer für die Stadt. Am Rande des Empfangs teilte er mit, dass das Defizit der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren für das Jahr 2009 etwa bei sechs Millionen Euro liegen werde. Das sei immer noch zu hoch - aber immerhin rund drei Millionen Euro weniger als 2008, so Bosse, der am 1.

Januar turnusgemäß für die nächsten zwei Jahre den Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut als Vorsitzender des Klinikenverwaltungsrates abgelöst hatte.

Trotz vieler Widrigkeiten zeigte sich Bosse zuversichtlich, dass die Stadt «beim nächsten Aufschwung überdurchschnittlich dabei sein wird». Kaufbeuren habe eine gesunde Gewerbestruktur, innovative Unternehmen, nicht zuletzt sei die Stadt vom bayerischen Innen- und Wirtschaftsministerium in der Kategorie kreisfreie Stadt als «wirtschaftsfreundlichste Kommune» im Jahr 2009 ausgezeichnet worden. Auch die Infrastruktur verbessere sich: Der dreispurige Ausbau der B12 (die eines Tages vierspurig werden soll) gehe weiter. Für Familien sei Kaufbeuren ebenfalls interessant: «Wir haben die Mittagsbetreuung an den Schulen ausgeweitet», nannte Bosse ein Beispiel.

Schließlich konnte Bosse verkünden, dass in Kaufbeuren bei der Aktion «Wir helfen Afrika» aus Anlass der Fußball-WM (wir berichteten) schon die benötigten 8000 Euro an Spenden aufgekommen seien, um ein krankes afrikanisches Kind operieren zu können.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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