Allgäu
Ein üppiges Klangmenü

Buchloe Ein klanglich besonders üppiges Menü hatte die Stadtkapelle Buchloe unter Leitung von Michael Werner heuer zum Jahresausklang angerichtet. Film-, Opern- und Musical- Auszüge mit ordentlichem Potenzial zum Zurücklehnen und Träumen ließen in den beiden Konzerten am vergangenen Wochenende im «Kino im Kopf» die Filmspulen fast durchgängig heiß laufen.

Der Einstieg ins Konzertprogramm gehörte dem Amerikaner Steven Reineke. «Where Eagles soar» zog die Zuhörer mit viel Pathos und großen, effektvoll gezogenen Bögen und homogenem Klang ins Konzertgeschehen hinein. Augen schließen und sich dem von der Stadtkapelle sehr plastisch und ausdrucksstark produzierten Klangeffekt hingeben hieß es auch in «Fate of the Gods»: Die Sterne im All kreisen hören konnte man anfangs in diesem Stück Programmmusik - besonders für das tiefe Register und die große Trommel ein guter Anlass, sich zu präsentieren. Auch im weiteren Verlauf hatte das Werk mit dem Kontrast aus fetzig-drängenden und lyrisch-innigen Passagen einiges zu bieten.

Der ganze Charme der Italo-Western der 60er Jahre stand danach im Mittelpunkt. Schon die zweisprachige Ansage zu «Moment for Morricone» durch Claudio Fabbreschi als «Native Speaker» war ein kleiner Höhepunkt des Abends. Nostalgisch-effektvoll, mit gut ausgebauter musikalischer Rhetorik kam danach dieser «Klassiker» über die Rampe.

Etwas Erholung für den Großteil der Kapelle, «Arbeit» hingegen für die Solisten Wiebke (Querflöte) und Roland (Oboe) Richter bedeutete das «Blumen-Duett» aus der Délibes-Oper «Lakme»: Dieses nettes eingängige Stück gestalteten die beiden Solisten sensibel und gut aufeinander abgestimmt.

Mit noch einmal vollem Einsatz, frisch, farbig und bisweilen an die Klangsprache Graingers erinnernd schickten die Musiker das Publikum mit Johan de Meijs «Hobbits»-Satz aus «Lord of the Rings» in die Pause.

Auch die zweite Konzerthälfte begann mit einer «Doppelnummer»: Zweimal ging musikalisch «der Zug ab» - zunächst locker, entspannt und doch präzise in den «Selections from Starlight Express», dann dampfig und dynamisch in «The Great Locomotive Chase» von Robert W. Smith.

Genug Power und Energie für vertrackte und bravourös zu meisternde Details hatten sich danach Katja Brunk, Monika Götzfried und Tanja Heinzler für das Trompetentrio «Bugler´s Holiday» von Leroy Anderson aufgehoben, das als weiteres Solostück erklang.

Dem Jazz gehörte der Rest des Programms. In zwei Standards war etwas von jener launigen Entspanntheit in Verbindung mit sicherem, auf den Punkt gebrachtem Musizieren zu spüren, die Michael Werner zu Beginn dieses Konzertteils seinen Musikern mit den Worten attestierte «Die Laune hebt sich» und «Meinen Musikern geht es gut». Rhythmische Präsenz, mit Sorgfalt und fast lässigem Understatement im «Girl from Ipanema» abgespult, wurde mit stilsicher auf Hochglanz poliertem Bigband-Sound in «Sir Duke» weitergeführt. Dies zog unweigerlich die zu erwartende Zugabe nach sich: Fuciks «Florentiner-Marsch», damit auch die Freunde dieser Blasmusikrichtung noch auf ihre Kosten kamen. Lucia Buch

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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