Buchloe
Ein Titel und viele blaue Flecken

Die erste Idee für die Choreografie kam Klarissa Birovescu im letzten Sommer. «Im Urlaub in Kroatien», erinnert sich die 18-Jährige. Es folgten weitere kleine Impulse der Inspiration. Hier ein Schritt, da eine Drehung, eine bestimmte Armbewegung. Allmählich wuchs das Gesamtwerk aus Kunst und Sport. Stück für Stück. Wie bei einem Puzzle. Mal kam die Idee in der Badewanne, mal in der Schule oder beim Musikhören. Viel Arbeit sei es gewesen, alles zu koordinieren, erzählt die Schülerin. Doch die Arbeit lohnte sich.

Mit der zweieinhalb Minuten lange Choreografie überraschte die Tanzgruppe Reflex des VfL Buchloe nun die Konkurrenz bei den German Open, den Deutschen Meisterschaften im Bühnentanz, in Burghausen. In der offenen Kategorie für Vorführungen aus dem Bereich Hip-Hop- und Show-Tanz sicherten sich die zwölf Mädchen den Titel deutscher Meister. Damit sind die Buchloerinnen für die European Open Ende Mai im ungarischen Veszprem qualifiziert.

Als die Choreografie und Musik von Trainerin Birovescu vor knapp zwei Monaten endlich stand, ging es ans Training. Einmal pro Woche trafen sich die Mädchen im Spiegelsaal der VfL-Turnhalle. «Öfter ging es außerhalb der Ferien leider nicht, weil ich ja nur am Wochenende heimkomme», berichtet die 18-Jährige, die in Isny zur Schule geht.

Hochkarätige Konkurrenz

Erst vor rund zwei Jahren habe sich die Hip-Hop- aus der klassischen Tanzgruppe des VfL, die Mutter Cerasela Birovescu trainiert, herausgebildet. Die German Open waren der erste richtige Wettkampf für die Mädchen, der Erfolg daher «sehr überraschend», wie Klarissa betont. Zumal auch die Konkurrenz nicht von schlechten Eltern war. «Es waren viele Tanzschulen vertreten, viele hatten professionelle Choreografen. Am Anfang dachten wir wirklich, wir sind hier Fehl am Platz.»

Am Ende schien es jedoch ausgerechnet Klarissas Stück mit dem Namen «Saw» - in Anlehnung an die gleichnamigen Hollywood-Horrorstreifen - der professionell und hochkarätig besetzten Jury angetan zu haben. In der morbide angelegten Choreografie wechselten sich abgehackte, ruckartige Bewegungen mit kunstvollem Ballett und modernen Hip-Hop-Elementen ab.

«Alles bunt gemischt», wie Birovescu erklärt. Die Musik dazu mischte sie ebenfalls selbst zusammen, ein Mix aus vier Musiktiteln. Für Kostüme und Schminke trug jede der zwölf Mädchen selbst Sorge.

Dass Tanzen aber auch ein harter Sport sein kann, weiß Klarissa. «Wir hatten so viele blaue Flecken an den Schultern.» Schuld waren die Kopfstände und Breakedance-Einlagen, meint sie. Überhaupt: «Es war wirklich anstrengend. Aber es hat sich gelohnt.»

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