Aktion
«Ein Teil mehr» für den Tafelladen

Adventszeit ist auch Konsumzeit. Viele denken schon an Weihnachten und an Geschenke, die sie ihren Liebsten kaufen könnten. Für viele ganz normal, für wenige außergewöhnlich. Denn es gibt auch Menschen, die auf jeden Cent schauen müssen und sich zweimal überlegen, was sie für den täglichen Bedarf kaufen.

Da ist oft schon ein Einkauf im Supermarkt zu teuer. Für diese Mitbürger haben gestern 90 Schüler in Lindenberg und Lindau bei der Aktion «Ein Teil mehr» gesammelt - dabei kaufen Kunden in den Geschäften ein Produkt mehr als sie benötigen und spenden es den Tafelläden. In den Läden der Caritas können Menschen dann günstig Lebensmittel und Hygieneprodukte einkaufen. In Lindenberg sind 200 Bürgerinnen und Bürger berechtigt, bei der Tafel einzukaufen, 140 nehmen das Angebot an.

Seit 2008 gibt es die Aktion «Ein Teil mehr». Daran beteiligt haben sich heuer unter anderem 22 Jugendliche der Klasse 8M der Lindenberger Mittelschule. In letzter Zeit haben sie sich intensiver mit dem Lindenberger Tafelladen beschäftigt. Mit Klassenleiter Uli Mayr bereiteten sie ihren Beitrag zur Aktion vor. In Gruppenarbeit recherchierten sie beim Landratsamt die Richtlinien, wer Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II oder Hartz IV bekommt und wie viele Menschen im Landkreis davon betroffen sind. Einige arbeiteten selber beim Tafelladen mit, die Jungs bei der Produktbeschaffung im Lkw, die Mädels beim Verkauf; oder sie interviewten die Betroffenen vor Ort, um ihre Lage kennenzulernen - alles anonym versteht sich.

Gestern stellten sich die Schüler den ganzen Tag abwechselnd vor den Supermarkt Lidl und den Drogeriemarkt Müller, die die Tafelläden ebenso unterstützen wie Netto, Penny und zahlreiche Bäckereien. Dort sprachen sie Kunden an und erklärten die Aktion. «Über die positive Resonanz sind wir sehr überrascht», sagt Julia Maidel. «Die meisten sind wirklich aufgeschlossen», erzählt auch Laura Schafranek.

In zwei Stunden konnte die Gruppe bei Lidl fast 50 Lebensmittelprodukte und über 20 Hygienemittel als Spenden in Empfang nehmen. Eine Frau, die ihren Namen nicht verraten will, drückt der Schülergruppe gleich einen ganzen Karton mit Waren in die Hand: «Ich finde, dass die Tafel eine ganz tolle Einrichtung ist. Wir leben ja alle ziemlich gut und ich möchte die, die es wirklich nötig haben, damit unterstützen.

» Harald Thomas, Geschäftsführer des Caritasverbands Lindau, hat für die Schüler am Müller-Markt was zum Naschen vorbeigebracht. Dort stehen die Jugendlichen seit Stunden in der Kälte und sammeln ein Teil mehr ein. Um anderen Menschen zu helfen, nehmen sie das gern in Kauf.

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