Schwangerenberatung
Ein Schutzraum für Frauen

Schwanger! Und überhaupt nicht geplant. Sarah und ihr Freund Fabian (Namen geändert) können kaum glauben, was der Frauenarzt gerade gesagt hat. Ein Baby! Wie soll das gehen? Sarah ist 18 und Schülerin, Fabian ist zwei Jahre älter und in Ausbildung. Was werden die Eltern sagen? Voller Ängste und Fragen kam das junge Oberallgäuer Paar zur katholischen Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen in Kempten. Die Einrichtungen feierten jetzt bistumweit das zehnjährige Bestehen nach dem Ausstieg aus dem staatlichen System. Träger in der Diözese ist der Sozialdienst katholischer Frauen.

In Kempten erwartete Beate Linß die jungen Leute. Die Leiterin der Beratungsstelle hörte aufmerksam zu, zeigte Hilfen auch finanzieller Art auf und bot ebenso den Eltern von Sarah und Fabian ein Gespräch an. Die werdenden Großeltern signalisierten Bereitschaft, für die junge Familie da zu sein. Sarah sei danach eine Riesenlast von den Schultern gefallen, sagt Sozialpädagogin Linß. Inzwischen ist das Kind geboren, Sarah hat die Schule, Fabian die Ausbildung beendet. Jetzt suchen beide eine gemeinsame Wohnung.

Themen von Schreikind bis Beruf

In erster Linie stehen Fragen rund um eine Schwangerschaft im Mittelpunkt der Gespräche. «Wir beraten und begleiten Eltern von der Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr des Kindes», sagt Beate Linß. Die Probleme reichen von werdenden Vätern, die eigentlich (noch) kein Kind wollen, über beengte Wohnverhältnisse bis zu «Schreikindern» und zum Wiedereinstieg in den Beruf. Die Ratsuchenden kommen aus dem gesamten Landkreis; für das südliche Oberallgäu gibt es jeden Mittwoch einen Sprechtag in Sonthofen. Dort steht die Sozialpädagogin Albertina Hehl-Quiring (52) fürs Gespräch bereit. Auch für Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch erwägen.

Eine Beratungsbescheinigung wie staatliche Stellen als Voraussetzung für einen Abbruch kann die dreifache Mutter zwar nicht ausstellen, aber bei der Klärung widersprüchlicher Gefühle helfen: «Ich gebe der Frau den Schutzraum, den sie sich sucht. Die Entscheidung liegt bei der Frau.» Man dränge die Frauen nicht in eine bestimmte Richtung. Auch wenn Ratsuchende einen Abbruch vornehmen lassen, sind sie weiter in der katholischen Beratungsstelle willkommen. Dort dürfen sie Schmerz, Trauer und Schuldgefühle äußern. Hehl-Quiring: «Keine Frau trifft eine leichtfertige Entscheidung.» Auch nach dem Tod eines Kindes (vor und nach der Geburt) helfen die Beraterinnen, Perspektiven zur weiteren Lebensgestaltung zu erarbeiten.

Sprechtag hat die Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen aus Kempten (Rathausplatz 14) jeden Mittwoch in Sonthofen im Caritas-Sozialzentrum (Martin-Luther-Straße 10b). Das Angebot gilt unabhängig von Nationalität und Religion. Es ist vertraulich, kostenfrei und auf Wunsch auch anonym. Terminvereinbarung unter der Telefonnummer 0831/26051.

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