Kempten / Oberallgäu
«Ein Schritt zum Neubeginn»

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Als einen Schritt zum Neubeginn in der Diözese Augsburg sehen Priester und Laien in der katholischen Kirche den Rücktritt von Bischof Dr. Walter Mixa. Dass der Augsburger Oberhirte wie berichtet, den Verzicht auf sein Amt erklärt hatte, nötigte vielen der von uns Befragten Respekt ab.

Gleichzeitig hoffen sie, dass jetzt wieder Ruhe in der Diözese einkehrt. Für die Diözese Augsburg, so der katholische Dekan Dr. Michael Lechner, sei der Rücktritt von Bischof Mixa befreiend. Lechner: «Ein Bischof repräsentiert die Kirche. So fallen die Vorwürfe gegen ihn in irgendeiner Weise immer auf die Kirche im Ganzen zurück.» Der Rücktritt löse die derzeitigen massiven Probleme der Kirche nicht, er schaffe aber Raum, um die Dinge neu zu ordnen und Glaubwürdigkeit zurück zu gewinnen. Ohne den Amtsverzicht wäre die Diözese in eine Zerreissprobe geraten, meinte Lechner und dieses Szenario müsse man jetzt nicht mehr zu Ende denken. Für die Diözese stehe die Lösung bedeutender struktureller Fragen an und nur eine neue, unbelastete Person im Amt des Bischofs könne die Veränderungen durchführen.

Mixa habe den richtigen Schritt gemacht, er sei aber letztendlich über seine eigenen Füße gestolpert, meint Elisabeth Eberle, die neben Gerhard Weikl dem Pfarrgemeinderat St. Franziskus vorsteht. Auch sie hofft auf einen Neuanfang in der Diözese. So sieht das auch Rudolf Dalltrozzo, Pfarrgemeinderatsvorsitzender in St. Michael. Er hofft, dass der Rücktritt die Diözese in ein ruhigeres Fahrwasser bringe. Respekt zollte er Mixa persönlich für diesen Schritt, da er als Bischof auch eine besondere Vorbildfunktion habe. Laut Ursula Zingraf, Pfarrgemeinderatsvorsitzende von Christi Himmelfahrt und Mitglied im Diözesanrat, «hat sich Mixa zuletzt um Kopf und Kragen geredet». Da wäre es besser gewesen, er hätte von Anfang an die Wahrheit gesagt. So war der Rücktritt zwangsläufig und auch richtig.

Denn er wäre von den Gläubigen nicht mehr angenommen worden. Zingraf: «So hat er den Weg frei gemacht für einen Neuanfang.» Persönlich habe sie Mixa «als offenen, zugänglichen Mann erlebt, der sehr für sich einnehmen konnte».

«Für den Rücktritt war es höchste Zeit», sagt auch der Dietmannsrieder katholische Pfarrer Helmut Guggenmos. Es gehe um die Glaubwürdigkeit des Bischofsamts und der Kirche «und die haben in den vergangenen Wochen schwer gelitten». Um Mixa selbst tue es ihm jedoch leid: «Durch seine charismatische Persönlichkeit hat er viele - vor allem auch junge - Menschen für Christus und die Kirche begeistern können», so Guggenmos.

Jetzt werde vermutlich als Übergangslösung ein Administrator die Diözese für ein halbes Jahr führen, möglicherweise ein Weihbischof, bis dann ein neuer Bischof von außen komme.

Die evangelische Kirche, erklärt deren Dekan Jörg Dittmar, «leidet bei den gesamten Vorgängen mit, die die katholische Kirche derzeit erschüttern». Schließlich sei die katholische Kirche für die gemeinsamen Aktivitäten ein geschätzter Partner. Es gebe aber auch Erleichterung über den Rücktritt, «weil die Ökumene unter Mixa nicht gerade gefördert wurde». Da erhofft sich Dittmar von Mixas Nachfolger «wieder mehr ökumenische Offenheit». Grundsätzlich, findet er, habe Mixa zu lange für diesen Schritt gewartet und damit der Kirche geschadet. Dittmar: «Da hat der schnelle Rücktritt von Frau Käsmann doch ein Vorbild gesetzt.»

(be/sf)

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