Immenstadt
«Ein schönes Eis für die Kinder»

Stundenlang sitzt er oft in dem Holzhäuschen am Viehmarktplatz, nicht selten ist er nachts unterwegs - mit einem 60 Meter langen Schlauch. Horst Lehmann (63) ist Vorsitzender des Eisstock-Club Immenstadt (ECI) und kümmert sich mit einer Handvoll Helfer um den Eisplatz. Ehrenamtlich und gern: «Das macht schon Spaß, wenn die Kinder kommen und sich freuen, dass es ein schönes Eis hat.»

Das 30 auf 60 Meter große Areal gilt als größter Natureisplatz im Allgäu. Natureis bedeutet: Die spiegelglatte Fläche wird mühsam von Hand erzeugt und gepflegt, es gibt keine Kühlschlangen, die den «Eismachern» die Arbeit erleichtern. Mindestens minus sieben bis acht Grad sind nötig, Schnee als Untergrund ist günstig, erzählt Ludwig Jäger. Der 70-jährige Stockschütze ist seit rund 35 Jahren im Verein und weiß, wie schwierig gerade am Anfang die Platzbereitung ist.

Denn viel von dem Wasser, das mit Schlauch und Spritzdüse auf dem Boden verteilt wird, versickert im Kies. Hat es geschneit, muss die weiße Pracht erst festgefahren werden. Die kälteren Abend- und Nachtstunden eignen sich besonders, um mindestens drei Zentimeter Grundeisschicht aufzubauen.

Dann kommt auch «Zamboni» zum Einsatz, die Eismaschine aus dem Oberstdorfer Eisstadion, die etwa 30 Jahre auf dem Buckel hat und vor 15 Jahren mit Unterstützung der Stadt gebraucht gekauft wurde.

Ist das Grundeis dick genug, dürfen am Tag auch mal Plusgrade herrschen oder Regentropfen fallen. Horst Lehmann freut es auf jeden Fall, dass auf dem Viehmarktplatz ab Mittag «die Sonne weg ist»: Dann wirds wieder kälter.

Vergangene Saison gab es einen langen Winter und eine durchgehende Eisfläche von Ende November bis Anfang Februar. Die Helfer waren fast 800 Stunden im Einsatz. Die Jahre davor war der Platz zehn bzw. sieben Tage geöffnet. Heuer wurde die Fläche drei Tage vor Heiligabend freigegeben. Der ECI-Chef: «Damit muss man leben, es ist ja eine Freiluftveranstaltung.»

Den Eisplatz betreut der ECI seit 1950, damals noch in bescheidener Größe von 15 auf 15 Meter. Ludwig Jäger: «Da hatten wir keinen so langen Schlauch.» 1989 wurde das Areal in jetziger Größe eröffnet. Die Stadt stellt das Betriebsgebäude zur Verfügung und Bande, Lichtmasten und Lautsprecher auf. Die Eisläufer - an guten Tagen sind es 40 bis 50 gleichzeitig - zahlen für den ganzen Tag ein paar Euro. Die Einnahmen decken Unkosten (etwa für Maschinenreparaturen) und werden teils an die Helfer ausgeschüttet. Die kommen im Schnitt auf zehn Cent Stundenlohn, hat Jäger ausgerechnet. Doch der Idealismus, Bürgern und Gästen einen Eislaufplatz zur Verfügung zu stellen, ist ungebrochen.

Der Platz öffnet Montag bis Freitag von 12 bis 17 Uhr, Samstags, Sonn- und Feiertag und in Ferien von 10 bis 17 Uhr.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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