Unterallgäu
Ein scheuer Waldvogel wird hier sesshaft

Große Freude, ja Begeisterung beim Landesbund für Vogelschutz (LBV): Es wurde jetzt die erste Schwarzstorch-Brut im Unterallgäu entdeckt - für die Verantwortlichen der hiesigen LBV-Kreisgerade geradezu «sensationell». Daraus könnten die Aktiven wieder Hoffnung und Motivation schöpfen.

Nachdem es in diesem Sommer kein gutes Jahr für den Weißstorch, den Kiebitz und den Eisvogel geben werde (Totalausfälle an vier Storchenstandorten, anhaltender Abwärtstrend beim Kiebitz und fast 50 Prozent Rückgang beim Eisvogel), gilt die Meldung über die erste Schwarzstorchbrut im Unterallgäu als positives Zeichen. Dabei war es «nur eine Frage der Zeit», so Georg Frehner, Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Unterallgäu/Memmingen, bis der Schwarzstorch (Ciconia nigra) im Unterallgäu brüten würde. Nun sei es, heißt es einer Pressemitteilung, Mitgliedern der Kreisgruppe gelungen, den ersten sicheren Brutnachweis zu erbringen.

Kreisgruppenvorsitzender Frehner und sein Stellvertreter Josef Schlögel waren am vergangenen Sonntag sehr früh in ein größeres Waldgebiet geeilt, um die Entdeckung zu bestätigen. Es sei «ein gigantischer Anblick» gewesen, wie man ihn eigentlich nur aus Tierfilmen kenne, schwärmte Frehner. In einem Baumhorst in etwa acht Metern Höhe standen vier fast flügge Schwarzstörche am Nestrand. Frehner und Schlögel sind sich ziemlich sicher, dass noch ein oder zwei weitere Paare im Unterallgäu brüten, beziehungsweise dass Brutpaare in den vergangenen Jahren unentdeckt geblieben sind.

Standort unter Verschluss

Nähere Angaben zum Standort werden und wollen beide LBVler, schon wegen der Störempfindlichkeit des Schwarzstorches, nicht machen. Einen kleinen Anteil an der erfolgreichen Brut schreiben die Vogelschützer auch dem Landschaftspflegeverband Unterallgäu zu, da er zahlreiche Waldwiesen pflegt und Kleingewässer schafft. Wenn es gelinge, so Frehner, weitere Stillgewässer in größeren Waldgebieten anzulegen, könnte sich der Schwarzstorch dauerhaft ansiedeln.

Den Einschätzungen der Ornithologen zufolge hat sich der Schwarzstorch in den letzten Jahrzehnten von Osteuropa ausgehend immer weiter nach Westen ausgebreitet. Die Gründe dafür sind nach Auskunft von Experten sehr komplex. Wanderungsbewegungen in Richtung Westen und Südwesten ließen sich auch im Unterallgäu beobachten. Schon seit zehn Jahren werden Schwarzstörche, besonders zu den Zugzeiten, immer wieder beobachtet.

Doch ein sicherer Brutnachweis war dem LBV bisher nicht gelungen.

Der Schwarzstorch gilt als ein äußerst scheuer Waldbewohner, den man nur sehr selten zu Gesicht bekommt.

Als Laie ist man eher verwundert, dass es ihn im Unterallgäu überhaupt gibt; und selbst Experten bereitet es Mühe, ihn im Rahmen von Forschung und Wissenschaft in freier Natur gezielt zu beobachten.

Beobachtungen melden: Der Vogelschutzbund bittet alle, die irgendwo einen Schwarzstorch entdeckt haben, sämtliche Beobachtungen (die vertraulich behandelt werden) unter Angabe von Ort, Datum und Uhrzeit zu melden unter Telefon (08331) 901182 oder per E-Mail an vorstand@lbv-unterallgaeu.de

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