Armut
Ein «Plan B», damit keiner mehr ausgegrenzt wird

Da ist beispielsweise das Kind der Hartz-IV-Empfänger. Gerne würde es mit seinen Freunden auch im Sportverein die Freizeit verbringen. Doch die Eltern können sich eine Mitgliedschaft nicht leisten. Oder der Sprössling einer alleinerziehenden Mutter, die die kleine Familie mit ihrem Gehalt gerade so über die Runden bringt. Das zweiwöchige Zeltlager mit der Pfadfindergruppe ist partout nicht drin.

Ausgrenzung durch Armut: Das, findet man beim Stadtjugendring (SJR), darf es nicht geben. Deshalb hat der Verband jetzt den Kinder- und Jugendhilfsfonds «Plan B» gegründet. Dieser soll Kinder (siehe Infokasten), die einem der 23 SJR-Verbände in Kempten angehören, unterstützen, wenn sie Angebote in ihrem Verein aus finanziellen Gründen nicht wahrnehmen könnten.

Es sind Maßnahmen wie Ferienfreizeiten, Präventionsangebote oder Mitgliedschaften in Vereinen, die der Hilfsfonds bezuschussen soll. Denn wie SJR-Vorsitzende Regina Liebhaber gestern bei einem Pressegespräch erläuterte, häuften sich die Fälle, in denen solche Maßnahmen nicht bezahlt werden könnten. «Dabei», so Liebhaber, «sind die außerschulischen Angebote heute wichtiger denn je. Mit Plan B wollen wir unbürokratische Hilfe leisten.

» Beantragt werde diese über den jeweiligen Verband, in dem ein bedürftiges Kind Mitglied ist. Auch die Auszahlung erfolge an die Verbände und nicht an die Eltern. Liebhaber: «So ist sichergestellt, dass das Geld auch wirklich ankommt.»

«Gutes Qualitätsniveau»

Davon, mit Plan B etwas Gutes auf den Weg zu bringen, ist auch SJR-Geschäftsführer Alexander Haag überzeugt: Die Verbandsarbeit habe ein gutes Qualitätsniveau, die aktuell 300 Jugendleiter seien alle pädagogisch geschult. Haag: «Das sind gute Maßnahmen und alle Kinder sollen daran teilhaben können.» Das sieht auch Stefan Keppeler, SJR-Vize-Vorsitzender, so: «Unser Ziel ist, dass die Kinder in ihrem Verband bleiben können und dabei wichtige Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit lernen.» Schon mit kleinen Beträgen könne man da etwas bewegen.

Partner von Plan B sind derzeit die Volksbank Kempten-Sonthofen und die Sozialbau. Derzeit rührt der Stadtjugendring fleißig die Werbetrommel, um Firmen und Privatleute als Spender ins Boot zu holen. Und die Verantwortlichen versprechen: «Die Spenden kommen zu 100 Prozent bei den Kindern an.»

Wer Plan B unterstützen möchte, kann bei der Volksbank Kempten, Kontonummer 48500, Bankleitzahl 73390000, spenden.

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