Füssen / Schwangau
Ein Paradies, viele Wünsche

Er hat einen Narren am Ostallgäu gefressen: Mit Begriffen wie «paradiesisch» und «malerisch» pries gestern Ministerpräsident Horst Seehofer in Füssen die Region. Kein Wunder bei dem Ort für seinen Wahlkampf-Auftritt: am Ufer des Forggensees, beim Festspielhaus, mit Blick auf Schloss Neuschwanstein. Bürger und Kommunalpolitiker nutzten die Gelegenheit, dem Ministerpräsidenten ihre Wünsche vorzutragen.

Wie Schwangaus Bürgermeister Reinhold Sontheimer, dem Seehofer zuerst einen Besuch abstattete. «Unser Hauptproblem ist das Entwicklungskonzept Hohenschwangau», so Sontheimer. Man benötige finanzielle Hilfe des Freistaats, um den Verkehr unterhalb von Schloss Neuschwanstein in den Griff zu bekommen. «Ich werde mich der Sache annehmen», versprach der Ministerpräsident. Er bat Sontheimer darum, ihm das Entwicklungskonzept direkt zukommen zu lassen. Das zweite Anliegen aus Schwangau: Der Wind treibt immer wieder Schwemmgut ans Ostufer - «und wir müssen es entsorgen», so Sontheimer. Zwar beteilige sich «Eon» an der Finanzierung, aber die Gemeinde bleibe auf der Hälfte der Kosten sitzen. Seehofer hielt hierbei die Option offen, direkt mit «Eon» zu reden, ob der Energieversorger nicht komplett für die Kosten aufkommen kann.

Als der Ministerpräsident mit dem Schiff das Festspielhaus erreicht, wird er von Alphornbläsern, Böllerschützen und Hopfener Musikern erwartet - sowie von einer Gruppe von aufgebrachten Landwirten. Darunter auch mehrere Bäuerinnen aus Ingenried, zu ihnen zählt Rita Fischer. «Der Milchpreis ist existenzbedrohend für unsere Betriebe», sagt sie. Die Bäuerinnen fordern eine Mengenbegrenzung - und rennen damit bei Seehofer offene Türen ein: «Die EU-Politik ist ein Pfusch, ich bin überzeugt von der Mengenbegrenzung.» Doch stehe er mit seiner Position alleine da. Er werde aber für die Landwirte in Berlin und Brüssel kämpfen, versichert der Ministerpräsident, der sich viel Zeit lässt für dieses Gespräch.

Auch Bewohner aus dem Schwarzbau-Gebiet Wasenmoos bitten ihn um Hilfe. Doch die Zeit eilt. «Wir geben euer Anliegen weiter», versichert die Vizepräsidentin des Bezirkstags, Uschi Lax, und bugsiert Seehofer in Richtung Bühne. Dort hält er entspannt seine Rede, die das Publikum - darunter viele Urlaubsgäste - immer wieder mit Beifall honoriert. Danach - und nach einigen Autogrammen - steuert der Ministerpräsident einen Zuhörer an. Es ist Walter Ganseneder, der frühere Füssener CSU-Chef. Der benötigt ein paar Millionen Euro für den im Walderlebniszentrum Ziegelwies geplanten Baumkronenweg (wir berichteten). Und Seehofer verteilt an seinen Mitarbeiterstab gleich Anweisungen, damit Ganseneder einen Termin bei ihm erhält. Zum Abschluss besichtigter das Festspielhaus und erkundigt sich interessiert nach dessen Situation.

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