Kaufbeuren
«Ein Ort zum Wohlfühlen und Lernen»

Diejenigen, um die es in erster Linie ging, die Schülerinnen, lieferten bei dem mehrstündigen Festakt zur Erweiterung und zum Umbau der Marienschulen die humorvollsten Beiträge: «Schön, dass die alte angeschimmelte Gymnastikhalle durch eine nagelneue froschgrüne Turnhalle ersetzt worden ist», meinte Verena Kaiser, Schülersprecherin der Marien-Realschule. Dass man in der Übergangszeit in Pavillons unterrichtet wurde, habe viel für sich gehabt: Der Unterricht begann wegen der Entfernung zum Lehrerzimmer selten pünktlich. Und ihre Kollegin Judith Ballé zeigte sich immer noch beeindruckt, dass es bei den Pavillons für 120 Mädchen nur zwei Toiletten gab. Aber schließlich zog sie ihr Resümee aus den jahrelangen Bauaktivitäten: «Es ist ein Ort zum Wohlfühlen und natürlich zum Lernen entstanden.»

Mit dieser Schlussfolgerung traf sie den Ton der vielen anderen Festredner, die wegen des Festaktes nach Kaufbeuren gekommen waren. Zugleich wurde auch die 175-jährige klösterliche Schultradition gefeiert - wenn auch mit dreijähriger Verspätung. Man hatte das Jubiläum nicht mitten in den staubigen Bauarbeiten begehen wollen.

Bischof Dr. Walter Mixa verwies in einem dem Festakt vorausgehenden Dankgottesdienst auf die Bedeutung des Fundaments des Glaubens für die Erziehung junger Menschen hin. Ohne dieses Fundament lande der Mensch letztlich in der Egomanie. Es sei Aufgabe der Marienschulen, den Mädchen und jungen Frauen christliche Werte und die Liebe Gottes nahezubringen. Mixa weihte anschließend die neuen Räume in der Schule ein.

«Der lang ersehnte Freudentag ist endlich da»

Realschulrektor Rudolf Wisbauer zeigte sich stolz, dass die klösterliche Schultradition weitergeführt werden könne. Sein Kollege Oberstudiendirektor Rolf-Dieter Pohl vom Marien-Gymnasium sprach von einem lang ersehnten Freudentag. Nun gebe es viel bessere Arbeitsbedingungen an den Schulen.

Die Festrede hielt Beate Merk, bayerische Justiz- und Verbraucherschutzministerin und zugleich Mitglied im Kuratorium der Kaufbeurer Internatsstiftung St. Maria. Der große Erfolg zeige sich auch in den steigenden Schülerzahlen, die nun zu den Baumaßnahmen geführt hätten. Sie rief die Schülerinnen auf, an der Wissensgesellschaft aktiv - auch in Männerberufen - teilzunehmen. Im Internet sollten sich die Mädchen vorsichtig bewegen.

Abgeschlossenes Projekt stärkt den Schulstandort

Generaloberin Sr. Regina vom Crescentiakloster, die Bauherrin, verwies auf die Geschichte, als die Schwestern 1831 auf Geheiß König Ludwigs I. plötzlich Schulbetrieb aufbieten mussten. Das hätten sie aber bis heute gern getan. Finanzstaatssekretär Franz Pschierer, zugleich CSU-Landtagsabgeordneter für Kaufbeuren, sah durch das abgeschlossene Projekt den Schulstandort gestärkt. Dass die Ordensschwestern von den Nazis seinerzeit wegen «staatsgefährdender Gesinnung» aus dem Schuldienst entfernt wurden, verdiene Respekt, meinte er unter Applaus. Oberbürgermeister Stefan Bosse sprach auch im Namen von Landrat Johann Fleschhut. Bosse kündigte eine bessere Zufahrt zu den Schulen an.

Grüße vom Kultusminister überbrachte Peter Kempf, früher langjähriger Direktor der Kaufbeurer Brucker-Gymnasiums. Ulrich Haaf vom Schulwerk skizzierte den Finanzrahmen des Umbaus. Elternbeiratsvorsitzende Uta Lübbing sprach von einer weitsichtigen Investition in die Schulen. Die Pädagogik habe sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert, so Elke Schäling namens der Mitarbeiter. Die neuen Räume könnten den neuen Ansätzen Rechnung tragen. Die beiden Architekten Karl-Georg Bauernfeind und Karl-Heinz Roll übergaben offiziell die Schlüssel an Generaloberin Regina.

Heute findet von 11 bis 16 Uhr in den Marienschulen ein Tag der offenen Tür mit zahlreichen Aktionen statt. Alle Interessierten sind eingeladen.

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