Ottobeuren
Ein Orgelbauer von hervorragendem Ruf

Anlässlich des 200. Todesjahres des bedeutenden Ottobeurer Orgelbaumeisters Johann Nepomuk Holzhey veranstaltet der Verein Pro Arte Ottobeuren in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Orgelfreunde (GdO) und der Agentur für Orgelmanagement in Europa Organ-Pomotion am 18. und 19. September ein Symposium in der Abtei Ottobeuren. Vorträge informieren über die Bedeutung Holzheys für den Süddeutschen Orgelbau der Barockzeit. Besonderes Schmankerl für Freunde erlesener Orgelmusik ist ein Nachtkonzert an den Riepp-Orgeln in der Basilika.

Holzhey kam 1741 in Rappen als Sohn des Bauern und Ortsvorstehers Joseph Holzhey zur Welt. Den Beruf des Orgelbauers erlernte er vermutlich bei seinem Onkel Alexander Holzhey. 1766 heiratete er die Tochter des Ottobeurer Orgelmachers Joseph Zettler von Langenberg, Maria Caecilia Zettler, und richtete seine Werkstatt am Oberen Markt ein. Einflüsse auf Holzheys späteres eigenständiges Werk sind nicht historisch belegt. Sicher ist, dass der größte Impuls von dem aus Eldern bei Ottobeuren stammenden renommierten deutsch-französischen Orgelbauer Karl Joseph Riepp (1710 bis 1775) ausging.

Imponierende Klangvielfalt

Aus einem Brief des späteren Abtes von Salem, Caspar Oexle, an Holzhey aus dem Jahre 1788 geht hervor, dass er als Geselle an Riepps Orgelbau in Salem beteiligt war. Das Geniale an Holzheys Schaffen war es, beide Einflüsse zu verbinden: den süddeutschen Orgelbau des Onkels mit dem französischen Stil Riepps. Holzhey gelang es, Instrumente zu schaffen, die sich durch einen reizvollen, vollen und mächtigen, aber auch subtilen Klang auszeichneten.

Die Hochzeit des Holzheyschen Schaffens fiel in das «Himmelreich des Barock», wie die kulturelle Blüte des historischen Schwabens nach dem 30-jährigen Krieg genannt wird. Da seine Werkstatt einen hervorragenden Ruf genoss, beauftragten ihn einige der um große Orgeln wetteifernden süddeutsche Abteien. Monumentale Holzhey-Orgeln findet man heute in den Reichsabteikirchen von Neresheim, Obermarchtal und in Rot an der Rot.

Insgesamt schuf oder restaurierte der Meister mit drei Gesellen 40 Orgeln.

Holzhey starb 1809 an einer falsch behandelten Daumenverletzung, die er sich beim Aufstellen einer Orgelpfeife zugezogen hatte. Nur eines seiner elf Kinder, Alois Michael Holzhey (1784-1805), folgte ihm beruflich nach.

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