Stracke
Ein Narr für alle Fälle - Abgeordneter Stracke als Pirat, Pharao und im Barockgewand

Politiker haben’s schwer. Überall müssen sie vorne dabei sein – sogar im Fasching. Schuld daran sind freilich die Bürger. Denn dem Wahlvolk ist es bekanntlich schon lange völlig egal, ob die Damen und Herren Abgeordneten Gesetzesvorlagen auf den Weg bringen oder Reformen austüfteln. Es kommt nur noch darauf an, wie ein Volksvertreter als Typ rüberkommt. Menscheln muss es. Sympathisch und volksnah muss der Politiker sein. Einer von vielen und somit einer für alle. Das hat nach gut zwei Jahren im Bundestag nun endlich auch unser Abgeordneter Stephan Stracke erkannt.

Er ist auf den Zug nach Popularien aufgesprungen, um in die erste Liga der Aufmerksamkeit-für-nichts-Erhascher aufzusteigen. Und zwar mit einer Pressemitteilung im Gepäck, in der er Sensationelles enthüllt. Nämlich, dass er sich für den Fasching gleich drei Kostüme ausgesucht hat – das alte Feierbiest!

In dem Schreiben heißt es: 'Als furchtloser Pirat setzt sich der Bundespolitiker nicht nur für die Belange der Bürger auf der stürmischen See der Bundespolitik ein, sondern wird auch so manchen Faschingsball unsicher machen.' Uijuijuijuijui! Ein CSU-Mann als Pirat. Wenn das mal keine Schwierigkeiten mit der Parteispitze gibt. Andererseits: Falls Stracke bei einem Skandal mal über die Planke laufen muss, fängt ihn die Piratenpartei sicher freundlich auf.

Mit seinem zweiten Kostüm, einem Barockgewand, widmet er sich laut Pressemitteilung dem barocken Motto 'Memento Mori', was so viel bedeuten soll wie 'Sei eingedenk, dass du sterben musst'. Aber hallo! Jetzt wird’s im Fasching auch noch philosophisch.

Gleich noch die Schicht der Intellektuellen abdecken wollen, was? Dabei muss es in Politikerkreisen doch eher heißen: 'Sei eingedenk, dass du jeden Firlefanz mitmachen musst, um die Gunst des Wählers nicht zu verlieren.'

Zuletzt verwandelt sich Stracke noch in einen Pharao. Diese Verkleidung hat er nach eigenen Worten aus folgendem Grund gewählt: 'Bittgesuche beim Pharao waren die Anfänge des heutigen Petitionsrechts. Als Mitglied des Bundestags bin ich der Ansprechpartner für Probleme, Nöte und Sorgen meiner Bürger. Außerdem war ich ein Jahr lang im Petitionsausschuss tätig.

' Respekt! Darauf muss man erst mal kommen, einen Pharao und das Petitionsrecht so zu verweben, dass man am Ende selbst in einem guten Licht dasteht.

Da wär’s doch einfacher, gleich als Heiliger auf den Fasching zu gehen. Ein Heiligenschein ist schnell gebastelt und eine fromme Unschuldsmiene beherrschen Politiker doch aus dem Effeff

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen