Ludwig-Musical
«Ein Muss, das Stück wieder auf die Bühne zu bringen»

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Im Sommer 2011 nimmt das Ludwig-Musical einen dritten Anlauf im Allgäu. «Ludwig 2 - der König kommt zurück» wird ab Juli in der Kemptener Big Box aufgeführt. Wieder mit dabei: Gerd Fischer. Der Verleger des Stücks war bereits als Produzent des Vorgänger-Musicals dabei, das im Füssener Festspielhaus bis März 2007 gespielt wurde. Damals war Fischer nicht nur für die Produktion verantwortlich, sondern auch Geldgeber. Mit anderen Investoren aus der Region hatte er das Theatergebäude gekauft. << Der König kommt zurück >> heißt das Musical, das Sie im Sommer in Kempten spielen werden. Warum kehren Sie mit einem Ludwig-Musical ausgerechnet ins Allgäu zurück? >> Schließlich scheiterten hier bereits zwei Versuche.

Fischer: Das Allgäu, oder besser gesagt Kempten, hat << uns >> gewählt. Die Initiative kam aus Kempten. Es gab eine Anfrage, einige Gespräche, eine Vorbesichtigung in der Big Box und zwanzig Minuten später hatten wir uns geeinigt. Natürlich hätten wir gerne in Füssen gespielt, mit dem Blick auf Neuschwanstein. Aber die Big Box hat auch einige enorme Vorteile: Wir unterliegen lange nicht den Beschränkungen eines üblichen Theaterraumes, sondern unser Bühnenbildner Gerd Friedrich kann ihn quasi selber definieren. Ein herrlicher Luxus.

Was war die Motivation für Ludwig, die Dritte?

Fischer: Als Verleger des Stückes bin ich natürlich Partei. Doch mit unserem Ludwig2 ist eines der wenigen Werke des musikalischen Theaters in den letzten Jahren geschaffen worden, das wirklich eine musikalische Substanz für einen echten << Klassiker >> hat. Es ist quasi << ein Muss >> das Stück wieder auf die Bühne zu bringen. Ein herrliches Vergnügen. Wir freuen uns, dass wir in Kempten so herzlich willkommen geheißen werden. Die Optionen, 2012 und 2013 wieder in der Big Box spielen zu können, haben wir sicherheitshalber schon bestätigt.

Die beiden Vorgänger-Musicals scheiterten immer am Geld. Warum soll es diesmal klappen?

Fischer: Wir sprechen hier von einer komplett neuen Situation. Von einer ganz anderen Finanzierungsart. Wir kaufen weder ein Theater noch ein Grundstück, die Technik wird auch nicht gekauft, sondern gemietet. Das erste Jahr einer Langzeit-Produktion ist immer eine enorm kritische Zeit. Die Brutalität der Finanzierungskosten ist enorm. In Kempten haben wir jedoch ein fast spielfertiges Haus für ein klar definiertes Zeitfenster.

Aber auch in Kempten müssen Sie die Kosten erst mal decken

Fischer: Ja und genau das fällt uns in Kempten erheblich leichter, denn: Alle Erfahrungen haben gezeigt, dass der Sommer eine hervorragende Zeit für Ticketverkäufe ist. Wir und auch der Kollege Barbarino (Intendant des ersten Ludwig-Musicals in Füssen, Anm. d. Red.) haben in Füssen nachweisbar jeweils im Sommer die attraktivsten Verkaufszahlen erzielt.

Wie soll das Musical vermarktet werden? In der Region oder deutschlandweit?

Fischer: Nach meiner festen Überzeugung - und auch nach Studium der Verkaufsberichte der vergangenen zehn Jahre - ist eines unübersehbar: Etwa 80 Prozent der Ticketkäufe werden im Radius von 100 bis 150 Kilometern um das Allgäu getätigt. Das interessante Volumen liegt also im Allgäu, Bayern, Österreich, Schweiz und in großen Teilen von Baden-Württemberg. Nach meiner Überzeugung ist es also nicht besonders effektiv, in Hamburg oder Berlin ein Kemptener Ludwig-Musical zu bewerben. Auch das Team unseres Verkaufs- und Vertriebspartners TKS/Mehr Entertainment in Düsseldorf, unter Leitung von Geschäftsführer und Inhaber Maik Klokow, teilt unsere Position. Klokow war früher Vorstand bei Stage Entertainment.

Ein absoluter Profi, der viele Jahre bei Stage für Produktionen wie << König der Löwen >>, << Mamma mia >> und andere verantwortlich war.

Was bleibt vom alten Stück, was ist neu beim Kemptener Ludwig-Musical?

Fischer: 70 bis 80 Prozent des Ensembles haben sich schon bereit erklärt, wieder mit uns dieses Ludwig-Stück zu spielen. Mit denen, die derzeit auf anderen Bühnen spielen, stehen wir in Kontakt. Wir werden sehen, was da noch passiert. Vor allem mit Jan Ammann natürlich. Die Musik bleibt komplett, es wird aber einen neuen Text geben. Die Kemptener Fassung enthält einige neue Schwerpunkte und neue Gewichtungen: Die großen Momente der Füssener Produktion ergänzt mit einigen neuen und dramatischen Momenten. Und besonders das Finale wird eine geradezu fulminante emotionale Intensität bekommen.

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