Dornbirn / Kempten
Ein Museum begeistert die Menschen

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Wären da nicht die verblüffend echt wirkenden Tiere und die aufgeregt herumrennenden Kinder, dann geriete das Eintauchen ins Inatura-Museum in Dornbirn (Voralberg) trocken und unspektakulär. Ein paar ganz gewöhnliche Vitrinen weisen den Weg in Richtung Ausstellungsräume. Sie scheinen daran zu erinnern, wie langweilig Museen sein können.

Doch wer dem ausgestopften Elch, der dort auch steht, in das borstige Fell fasst, der spürt schon mal ein gehöriges Stück Natur. Und wer die Eingangshalle passiert hat und die abgedunkelte Ausstellung mit der riesigen Gebirgslandschaft betritt, wird von einem angestaubten Museumskonzept nicht mehr sprechen wollen. Im Gegenteil.

In Kempten denken die Stadtpolitiker und eine Reihe von Experten gerade über ein neues, modernes Konzept für die in die Jahre gekommene Museumslandschaft nach. Ihnen sei eine Reise nach Dornbirn ans Herz gelegt.

80000 Besucher jährlich

Die Inatura, im Jahre 2003 eröffnet, ist ein Musterbeispiel für ein spannendes Museum auf der Höhe der Zeit. Sowohl wie die (Vorarlberger) Natur hier präsentiert wird, als auch wie sie pädagogisch vermittelt wird, trifft offenbar den Geschmack der Menschen. 80000 Besucher jährlich lösen Tickets, ein Gutteil davon sind Kinder und Jugendliche. Von solch einer Resonanz können andere (auch die Kemptener) nur träumen.

Es geht um Tiere und Pflanzen, Wald und Wasser, Berge und Böden. Das könnte stinklangweilig inszeniert werden. Nicht in der Inatura. Das Museum will alle Sinne ansprechen. Es lädt nicht nur zum Anschauen ein, sondern auch zum Anfassen, Riechen, Hören.

Bei den «Riechstationen» beispielsweise kann man Natur schnuppern. Über Touch-Screen-Monitore lässt sich direkt eine Verbindung mit der Erdbebenstation im Bregenzerwald herstellen. Murmeltiere und Wölfe warten auf Streicheleinheiten - ausgestopfte wohlgemerkt.

Aber es gibt auch jede Menge echter Tiere. Überall in diesem architektonisch gestalteten Ausstellungs-Rundgang tauchen Monitore auf, über die (3-D-)Filme flimmern. Man kann durch enge Fuchsbauten kriechen und sich in einen Schmetterlingsgarten mit bunten Farben begeben.

Selbst erklärende Naturschau

Am Fesselndsten ist vielleicht der kleine Raum, in dem Lawinenabgänge auf die Wände projiziert werden. Die Urgewalt, die sich in den zu Tal donnernden Schneemassen entlädt, ist fast wie echt zu spüren. Ein internationales Museologen-Team hat die Inatura wie eine Choreographie im Theater eingerichtet. «Geologen und Biologen alleine hätten das nicht so hinbekommen», sagt Dr. Klaus Zimmermann, der für die Fachberatung zuständig ist. Die Naturschau ist selbsterklärend. Zimmermann: «Deshalb braucht man keinen Führer, und dann macht Museum noch mehr Spaß.»

Von herkömmlichen Arten des Vermittelns haben sich die Dornbirner verabschiedet. Statt eines Vortrages über Spinnen beispielsweise laden sie lieber einen Experten ein, der eine Spinnen-Vorführung macht.

Führungen im traditionellen Sinn sind aufgrund der vielen interaktiven Elemente sowieso kaum mehr möglich. Stattdessen haben sich die Museumspädagogen einen Mix aus Experimenten, Forschungsaufträgen (Arbeitsblätter), Spielen sowie Kurzvorträgen und Kurzgeschichten einfallen lassen.

Und wer will, kann sich eine tierisch-lustige Geburtstagsfeier ausrichten lassen, die mit einer Schatzsuche in und um das in einem Park gelegene Museum beginnt und mit tierischen Überraschungsgästen endet.

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