Oberallgäu / Ostallgäu
Ein Minister mitten im Sumpf

Bayerns Umweltminister Markus Söder begab sich in den Sumpf - zur Freude des Ostallgäuer Landrates Johann Fleschhut: Denn im Schorenmoos am Hopfensee fiel der Startschuss für ein Großprojekt in Sachen Naturschutz. Söder übergab den ersten Förderbescheid über 900000 Euro für die Allgäuer Moorallianz, die Moore im Ober- und Ostallgäu erhalten und renaturieren will. Dr. Uwe Riecken vom Bundesamt für Naturschutz stuft es bereits ein als «bemerkenswertes Projekt von nationaler Bedeutung, das internationale Beachtung finden wird».

Wie berichtet, hatte sich die Allgäuer Moorallianz beim Bundeswettbewerb «idee.natur - Zukunftspreis Naturschutz 2008» um Fördergelder beworben. Unter 122 Projekten gehörte sie zu den fünf, die ausgewählt wurden. Nun fließen bis zum Jahr 2020 rund neun Millionen in das Projekt zum Erhalt der Moore und für die Regionalentwicklung. 75 Prozent stammen aus Bundesmitteln, 15 Prozent steuert der Freistaat bei, zehn Prozent übernimmt der Zweckverband, den die Landkreise Ost- und Oberallgäu gegründet haben. Das Geld fließt an die richtige Stelle, betonte gestern Landrat Fleschhut: Denn «die Allgäuer Moore gehören zu den bedeutendsten Moorlandschaften Mitteleuropas», betonte er gestern vor vielen Gästen aus Politik, Behörden und Ministerien. Allerdings ist nur noch ein Bruchteil erhalten: In den vergangenen 300 Jahren gingen laut Fleschhut etwa 90 Prozent der ehemaligen Moorgebiete verloren.

Umso wichtiger sei nun der Schutz der noch vorhandenen Gebiete, meinte Söder: Denn nur intakte Moore könnten ihre vielfältigen Aufgaben erfüllen. Sie entziehen der Atmosphäre Kohlendioxid und lagern es dauerhaft ein. So wirken sie dem Treibhauseffekt entgegen. Wie ein Schwamm funktionierten Moore als natürliche Wasserrückhaltegebiete. Zudem seien Moore Heimat für viele gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Auch den touristischen Aspekt dürfe man nicht vergessen, meinte Dr. Riecken vom Bundesamt für Naturschutz.

Nun werden die einzelnen Maßnahmen für die Renaturierung und den Erhalt der Moore erarbeitet. Der Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser bat alle beteiligten Behörden, auf die Ideen der heimischen Experten zu setzen: «Lassen sie uns vor Ort arbeiten.

Wir haben viele Praktiker, wir werden es gut umsetzen.»

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