Ein langes Leben in Eigenverantwortung

Marktoberdorf/Obergünzburg | vit | Ältere Ostallgäuer sollen möglichst lange ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben in den eigenen vier Wänden führen können. Dafür gute Rahmenbedingungen zu schaffen, ist Ziel eines seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes. Den aktuellen Stand bei dieser Aufgabe stellte nun Landrat Johann Fleschhut bei einer Sitzung des Sozialausschusses im Pflegeheim Obergünzburg vor. Unterstützt wurde er dabei von Lucia Hartung (siehe 'Zur Person'), die seit April im Landratsamt diesen Bereich koordiniert.

In der Vergangenheit beschränkten die Landkreise ihre Verantwortung für Senioren vor allem auf die Pflegebedarfsplanung. Denn der Landkreis hat auch sicherzustellen, dass für die Bürger ausreichend Plätze in Seniorenheimen oder in der Tagespflege vorhanden sind. Als einer der ersten Landkreise geht das Ostallgäu das Thema umfassender an: Für ein eigenverantwortetes Leben älterer Menschen spielt vor allem auch die Förderung präventiver Angebote, die gesellschaftliche Teilhabe, die Unterstützung pflegender Angehöriger oder das Angebot der Pflegedienste eine Rolle. Wichtig sei zudem auch ehrenamtliche Hilfe.

Umfrage bei 2 000 Ostallgäuern

Um alle Handlungsfelder zusammenzuführen, arbeitet der Landkreis mit zwei Büros für Sozialplanung zusammen. Außerdem beschäftigt das Landratsamt seit April eine eigene Mitarbeiterin für diesen Bereich, Lucia Hartung. Sie stellte eine Studie vor. Eine Umfrage bei 2000 Ostallgäuern über 60 Jahren (38 Prozent Rücklauf) zeigte beispielsweise:

l 26 Prozent der älteren Bürger leben alleine, 54 Prozent mit Partner.

l Als andere Wohnform favorisieren die meisten eine Wohnung mit Betreuung (27 %) oder eine seniorengerechte Wohnung (17 %).

l Die Erhebung zeigte, dass sich die Bürger mit Fragen zum Älter-Werden und zur Pflege vor allem an Familienangehörige und Freunde (44 %) wenden. Wichtiger Ansprechpartner ist auch der Hausarzt (35 %).

Befragt wurden aber auch die Bürgermeister. Sie halten die Anbindung mit Bus und Bahn für problematisch. Auch die Nahversorgung mit Geschäften wird als Problem gesehen. Seniorenbeauftragte haben bisher 25 von 45 Gemeinden. Doch viele planen, einen Ansprechpartner zu benennen. Ganz wichtig ist den Bürgermeistern für ein seniorenpolitisches Konzept das Thema Wohnen zu Hause. Gleich danach kommen die Unterstützung pflegender Angehöriger, die Sicherstellung von Betreuung und Pflege und die Möglichkeit für Senioren, an der Gesellschaft teilzuhaben.

Vertiefen will man nun die nächsten Schritte in einem Begleitgremium. Ihm gehören neben Vertretern des Landratsamtes auch Vertreter aller Fraktionen an. Hinzu kommen Experten aus den Sozialverbänden, den Senioreneinrichtungen, den Kirchen und von den Gemeinden. Geplant sind auch Workshops im Norden und Süden des Landkreises, in denen engagierte Fachleute und Senioren Ideen und Vorschläge entwickeln können. Auch wenn dieses Konzept laut Fleschhut nie abschließend fertig sein kann, wird einerster Teil bis Jahresende vorgelegt und soll ab 2009 umgesetzt werden.

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