Ein Landeplatz von Gottes Geist

Schwangau | pas | Sie hatten ihre Zuhörer gepackt: Die Volksmusik zum Advent und die nachdenklichen Worte von Willi Grosser aus Starnberg. Mit seinen anspruchsvollen Zwischentexten berührte der Sprecher alle Besucher in der Pfarrkirche in Waltenhofen. Beginnend mit dem Warten auf ein Wunder bis hin zur Andacht an der Krippe fand er immer wieder verblüffend treffende Vergleiche mit der heutigen Zeit. Angemessen waren diese bedeutungsvollen Texte den ruhigen und ergreifenden Klängen, die von den Volksmusikgruppen vorgetragen wurden. Eine glänzende 'Volksmusik zum Advent' in St. Maria und Florian, zum 33. Male veranstaltet vom Katholischen Pfarramt Schwangau-Waltenhofen.

Pfarrer Edmund Gleich führte mit seinen Grußworten die Gemeinde in der bis zum letzten Platz gefüllten Kirche hinein in die Adventszeit. Er erinnerte mit Dank an Fini Sauerwein, die verstorbene Begründerin dieses Adventserlebnisses in Schwangau, und freute sich, dass deren Sohn Alexander ihr Erbe übernommen hat und eine stimmungsvolle Schwangauer Tradition zum ersten Advent weiterführt.

Besinnlich-stille Freude

Den Auftakt zu dieser festlich-besinnlichen Adventsstunde machten die Schwangauer Blechbläser. Gefällig und musikalisch beeindruckend die perlenden Klänge der Oberschwankirchner Geigenmusik, die die vorweihnachtliche Andacht leitete. Musikalisch ebenfalls eine Sonderklasse das Gitarrenduo Hitzelberger/Sauerwein. Der Oberhofer Viergesang glänzte mit einigen bekannteren Volksliedern. Der Rehm Dreig’sang und die Geschwister Rehm gehören zu den immer besonders gern gehörten Interpretinnen von Volksliedern in Schwangau. Die drei jungen Männer der 'Jungen Ramsauer Sänger' beeindruckten mit ihrem Liederschatz, der mit harmonisch und ruhig gesungenen Gebeten aufhorchen ließ. Stille Freude verbreiteten die drei Schwangauer Hirtenbuben mit ihren lebhaften Erzählungen über die Christnacht, von Gemeindemitglied Gertrud Ruckdeschl in einem Gedicht in Schwangauer Dialekt verfasst.

Willi Grosser gab zu bedenken, dass wir in der heutigen aufgeklärten Zeit Jesu ebenso wenig erkennen würden wie die Menschen damals. Denn er komme ganz anders, als man sich vorstelle. Der Sprecher erinnerte daran, dass viele Menschen in der heutigen unruhig-hektischen Zeit eine ruhige Zuflucht suchen: Der Advent und dieses Adventskonzert seien solche Ruheorte in einem allgemeinen, oberflächlichen und geschäftigen Getue. Zu mehr Ruhe tragen auch wenige, aber richtig gesetzte Worte bei: Denn Worte müssen gewogen und nicht gezählt werden. Dazu könne der Advent beitragen, den Grosser mit dem Bild 'Advent - ein Landeplatz von Gottes Geist' in die Moderne übertrug.

Lieber Auskommen mit Wenigem

Nachdenklich machte Großer mit der Frage, warum Ochs und Esel an der Krippe standen. Seine Antwort: Dem Kind in der kalten Krippe gaben die warmen Tierkörper mehr Lebensfreude als die späteren königlichen Geschenke von Weihrauch, Myrrhe und Gold. Ein biblisches Symbol dafür, dass geschenkte Wärme das Leben lebenswerter mache. In diesem Sinne formulierte Grosser seinen Wunsch für 2008: 'Lieber auskommen mit Wenigem, als mit Vielem unterzugehen.'

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