Kempten
Ein Kunststück

Den Besitzern von Energiespar-Häusern wird manchmal vorgehalten, die Optik leide doch stark unter all den Solarmodulen und Aufbauten. Dass es auch anders geht, zeigte gestern Abend bei der Eröffnung der 11. Allgäuer Altbautage in der Hochschule Kempten Hauptreferent Professor Manfred Hegger von der Technischen Universität Darmstadt (Hessen). Er hat mit seinem Team zwei Häuser entwickelt und damit zweimal hintereinander den «Solar Decathlon» in Washington (USA) gewonnen - einen internationalen Wettbewerb für architektonisch ansprechende Gebäude, die wenig Energie verbrauchen. Mit den Darmstädter Häusern ist Hegger das Kunststück gelungen, neben guter Architektur und ausgeklügelter Technik eine hervorragende Energiebilanz zu erreichen.

«Das architektonische Konzept zeichnet sich durch eine klare Formensprache aus, die ihre Lebendigkeit durch Licht- und Schattenspiel, unterschiedliche Ausblicke und die Galerie erhält», erklärte Hegger. Aufgabe des Solar-Decathlon-Wettbewerbs war es, ein Wohnhaus zu entwerfen und zu bauen, das allein mit Sonnenenergie betrieben wird und mehr Energie erzeugt, als seine Bewohner mit heutigen Ansprüchen an Wohnkomfort verbrauchen.

Energieeffizientes Bauen und Renovieren in Privathäuern ist heute schon weit verbreitet. Zunehmend lassen aber auch Städte und Landkreise ihre Häuser energetisch auf den neuesten Stand bringen.

Beispiele für die Sanierung und den Neubau kommunaler Gebäude erläuterte gestern Abend Martin Sambale, Leiter des Energie- und Umweltzentrum Allgäu (Eza): «Der Passivhaus-Standard wird sich bei kommunalen Liegenschaften durchsetzen», ist sich Sambale sicher. Denn die chronisch klammen öffentlichen Kassen könnten durch die Energieeinsparung langfristig deutlich entlastet werden.

Kemptens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer begrüßte in seiner Eigenschaft als Eza-Vorsitzender, dass der Haushaltsausschuss des Bundestags für Sanierung und Dämmung von Häusern in diesem Jahr 400 Millionen Euro zusätzlich bewilligt habe. Damit könne das Gebäude-Sanierungsprogramm über den Sommer hinaus fortgesetzt werden. Die Mittel drohten in den kommenden Monaten wegen der starken Nachfrage nach den zinsverbilligten Krediten auszugehen.

Sonderbeilage für 400000 Leser

Markus Brehm, Geschäftsführer des Allgäuer Zeitungsverlages (AZV) und Mitveranstalter der Altbautage, wies darauf hin, dass auch heuer wieder die Sonderbeilage «Vom Altbau zum Traumhaus» erschienen ist. Mit einer Auflage von 140000 Stück wurde sie im gesamten Allgäu an über 400000 Leser verteilt. Die Bedeutung dieses Themas, so Brehm weiter, zeige sich darin, dass die Allgäuer Zeitung von rund 75 Prozent der Menschen gelesen werde, die im eigenen Haus wohnen.

Hochschul-Präsident Professor Dr. Robert F.

Schmidt sagte, «wir möchten mit der Bereitschaft, unserer Räume für die Allgäuer Altbautage zur Verfügung zu stellen, einerseits signalisieren, dass wir gerne mit der Wirtschaft kooperieren.» Andererseits könne die Kemptener Hochschule bei den Altbautagen auch ihre Kompetenz auf dem Sektor der Energie-Technik zeigen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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