Special Straßenbauprojekte im Allgäu SPECIAL

B12
«Ein kleiner Schlenker hat oft fatale Folgen»

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Wieder einmal hat sich ein schwerer Unfall auf der B12 ereignet (wir berichteten): Am Montag starb nach einem Zusammenstoß bei Jengen (Ostallgäu) ein 41-jähriger Mann aus Kaufbeuren; vier Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Der Fahrer eines mit vier Personen besetzten Autos war aus noch ungeklärter Ursache auf einem verbreiterten Stück der B12 mit seinem Pkw auf die Gegenfahrbahn geraten, wo er mit dem Wagen des 41-Jährigen kollidierte. Ein Sachverständiger soll nun den Unfallhergang klären. Wir sprachen mit Christian Owsinski vom Polizeipräsidium Schwaben Süd/West über die Gefährlichkeit der Bundesstraße 12. <%img scl_width='272' scl_height='344' align='right' id='566659'%>

Warum kommt es auf der B12 immer wieder auch auf den breiteren Abschnitten zu schweren Unfällen?

Owsinski: Die genauen Gründe lassen sich oft nicht mehr nachvollziehen. Im Polizeibericht heißt so etwas dann: «kam aus ungeklärter Ursache auf die Gegenfahrbahn». Grundsätzlich haben wir auf der B12 aber das Problem, dass die Straße zwar gut ausgebaut ist, aber gerade in den Bereichen der alten baulichen Verbreiterungen die Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit sehr nah aneinander vorbei fahren. Mangelnde Aufmerksamkeit - etwa durch den Griff zum Handy oder ans Radio - führt dann eben manchmal zu einem kleinen Schlenker, der dann meist fatale Folgen haben kann.

<%tbr scl_width='600' scl_height='15' title='Trenner' from='inject'%>

<%img scl_width='720' scl_height='480' id='566592'%>Gefühlsmäßig neigt man dazu, die B12 als Unfallschwerpunkt zu bezeichnen. Ist das aus Sicht der Polizei korrekt?

Owsinski: Ja und Nein. Einerseits verzeichnen wir hier in manchen Jahren bis zu einem Zehntel der Verkehrstoten in unserem Zuständigkeitsbereich (siehe Grafik). Das ist ein signifikant hoher Anteil! Andererseits ist diese Strecke mit durchschnittlich 15000 Fahrzeugen pro Tag auch sehr stark frequentiert. Nach den Autobahnen hat die B12 das höchste Verkehrsaufkommen im Allgäu.

Bezogen auf den Verkehr ist das Risiko also nicht höher?

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Owsinski: Die Bundesstraße ist zweifellos auffällig durch die tödlichen und schweren Unfälle. Diese Wahrnehmung relativiert sich jedoch durch das hohe Verkehrsaufkommen. Wenn es allerdings zu einem Unfall kommt, hat das meist schwere Folgen. Denn das Tempo der Fahrzeuge ist hoch - leider oft auch höher als zulässig. Daher wird die Strecke von der Polizei auch intensiv überwacht.

Würde ein vierspuriger Ausbau der Strecke für mehr Sicherheit sorgen?

Owsinski: Häufige Gründe für Unfälle sind Fehler beim Überholen oder das Abkommen von der Fahrbahn. Durch einen autobahnähnlichen Ausbau der Strecke würde das Risiko sicherlich entschärft und die Folgen bei Unfällen blieben geringer.

 

Chr. Owsinski

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