Lindenberg
Ein Kämmerer mit Augenmaß

Fast eine halbe Milliarde Euro hat Gernot Meer in seiner Zeit als Kämmerer verwaltet. Nach 50 Dienstjahren wurde der (seit gestern) 64-Jährige von Bürgermeister Johann Zeh und dem Stadtrat in den Ruhestand verabschiedet. Das Gremium erhob sich von den Sitzen und applaudierte minutenlang nach der Laudatio des Dienstherrn. Den Worten des Dankes fügte Meer nur drei Worte hinzu: «Ich bin überwältigt».

50 Jahre im öffentlichen Dienst, 41 Jahre im Lindenberger Rathaus, 37 Jahre als Kämmerer - was für eine Leistung!» fasste 2. Bürgermeister Dr. Wolfgang Dietlein für den Stadtrat zusammen. «Mit Stolz und Zufriedenheit» könne Meer zurückblicken. Er sei geachtet bei der gesamten Verwaltung und beim Stadtrat. Meer habe es stets verstanden auch schwierige Sachverhalte auf einen Nenner zu bringen, sei stets sachlich, ruhig und geduldig geblieben. Seine solide und vorausschauende Arbeit, Wissen und Erfahrung habe der «Kämmerer mit Augenmaß» zum Wohle Lindenbergs eingesetzt. Sein Wort habe beim Stadtrat Gewicht. «Wir fühlten uns immer gut beraten».

In Anspielung auf einen Unfall im Garten im August - Meer kam auf Krücken - mahnte Dietlein, der Pensionär, ein begeisterter Wanderer, möge es ruhig angehen, damit er nicht wieder auf dem OP-Tisch lande. Und Bürgermeister Zeh scherzte, Meer sei ein vorbildlicher Beamter, da er erst kurz vor der Pensionierung dienstunfähig geworden sei.

Bei der Verabschiedung des 38. und letzten Haushalts von Gernot Meer im April hatte er einen Abakus (Rechenschieber) geschenkt bekommen. Diesmal gabs vom Stadtrat eine Fahrt auf dem Raddampfer «Hohentwiel». Zeh schilderte den Lebensweg des gebürtigen Scheideggers, der sich nach der Schulzeit seit 1959 im Rathaus des Kurorts die ersten Verwaltungskenntnisse aneignete. Nach drei Jahren als Zeitsoldat mit Auslandseinsätzen begann im Herbst 1968 die Beamtenlaufbahn Meers im Lindenberger Rathaus.

Meer wurde nie müde sich weiterzubilden; sein Aufstieg vom Sachbearbeiter bis zum Oberamtsrat war die logische Folge.

Die 38 vom Kämmerer Meer erstellten Haushaltsbücher ergeben die Gesamtsumme von 493 Millionen Euro, hat Zeh errechnet. Dabei sei der Haushalt 2009 mit mehr als 20 Millionen Euro «der höchste aller Zeiten.» Zeh kennzeichnete den Beamten als erfahren, kompetent, strebsam, besonnen, loyal und sachlich. «Ich habe nie ein böses Wort vernommen».

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