Pfronten
Ein Juwel in der Konzertgeschichte

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Einen wahren Festtag für Pfronten nannte der ehemalige Krankenhausseelsorger Pater Willi Milz den Nikolaustag 2009 nach dem Festkonzert zur Einweihung der neuen Seifert-Orgel in der Pfarrkirche St. Nikolaus.

Am Ende der fast zweistündigen Aufführung taten die weit mehr als 600 Besucher den Akteuren ihre Begeisterung mit langem Beifall kund. Da hielt es niemand mehr auf den Bänken, im Stehen wurde enthusiastisch applaudiert. Der Abend mit rund 140 Mitwirkenden kann sich als Juwel in die Konzertgeschichte von St. Nikolaus einreihen. Sängerinnen und Sänger aus den drei Chören, St. Martin Hopferau, «Ensemble vocale» Nesselwang (Einstudierung Gottfried Allgaier) und St. Nikolaus Pfronten, dem Orchester der Hochschule Ulm (Einstudierung Hochschulmusikdirektor Virgil Bunea), den Solisten Priska Eser-Streit (Sopran), Markus Herzog (Tenor), Matthias Sprekelmeyer (Bass) und Walter Dolak an der Orgel standen unter dem großartigen Dirigat von Kirchenmusiker Heinz-Josef Fröschen.

In kurzen einführenden Worten hatte Pfarrer Bernd Leumann einen besinnlichen Konzertabend versprochen, zu dem aller Stress abgelegt werden solle, damit ein schönes gemeinsames Orgel-Einweihungsfeiern möglich werde. Dies hatten die Mitwirkenden wunderbar umgesetzt. Mit dem Orgelkonzert Nr. 2 in g-Moll des Liechtensteiners Joseph Gabriel Rheinberger (1839-1901) für Orgel und Orchester begann der Abend. Die drei Sätze, ein voluminöses «Grave», das fein akzentuierte Andante mit herrlichem Wechselspiel zwischen Orgel und Orchester und das mächtige «Con moto» durchfluteten den großen Kirchenraum. Romantisch und lyrisch, aber auch dramatisch, dann wieder beschwingt ist die Musik Rheinbergers von Organist Walter Dolak und den Musikern ins beste Licht gerückt.

Der zweite Höhepunkt war die «Messe Solennelle de Sainte Cecile» von Charles Gounod (1818-1893). Diese Cäcilienmesse ist sein bekanntestes kirchenmusikalisches Werk für drei Solisten, Chor, Orchester und Orgel. Berauschende Melodien vom großen Orchester und der Orgel, feine Sologesänge, elegante, dann wieder gewaltige Partien des Chores; ein Werk und eine Aufführung, die die Kirchenmusikliebhaber völlig in ihren Bann zogen und sie geradezu überwältigten. Auch das orchestrale Offertorium und das Fortissimo mit Orgel und Posaunen konnten den Atem stocken lassen. In musikalischer Kongenialität harmonierten die drei Solisten bei ihren gemeinsamen Partien.

«Mit so herrlicher Musik könnte man sich den Himmel vorstellen» meinte ein Besucher aus Bernbeuren nach dem Konzert, «aber eigentlich fehlen mir noch die Worte». Völlig überzeugt sprach Walter Dolak von der Orgel und nannte sie eine «majestätische Königin».

250 Zuhörer bei Generalprobe

Da das Konzert schon im Vorfeld nahezu ausverkauft war, hatte sich Organisator Fröschen entschlossen, die Generalprobe öffentlich zu machen. Und so konnten schon am Nachmittag rund 250 Besucher diese großartige Musik miterleben.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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