Schwangau
Ein Hochgenuss in einem Paradies

«Oh, es ist notwendig, sich solche Paradiese zu schafffen» schrieb einst König Ludwig II. Und die «Königliche Abendmusik» zu seinem 164. Geburtstag auf Schloss Neuschwanstein war ein solches Paradies - drinnen wie draußen in der herrlichen Kulisse an einem wunderschönen Sommerabend, dank des großen Könnens der Sänger und Musiker und dank einer gelungenen Auswahl der Musikstücke: meist feierlich und getragen, oft modern mit Anklängen an den klassischen Jazz, manchmal fröhlich, manchmal schwermütig.

Aufmerksam und andächtig

Es war die erste Veranstaltung dieser Art auf Schloss Neuschwanstein. Blechbläser begrüßten die Gäste im Unteren Schlosshof, Schlossverwalter Rudolf Reiser hieß sie von der Freitreppe aus Willkommen und lud sie ein zu einem musikalischen Spaziergang bis hinauf in den Sängersaal. Aufmerksam, ungewöhnlich andächtig und gespannt waren diese Gäste, deren Anzahl aus technischen Gründen auf 300 Personen begrenzt bleiben musste. Weit mehr wollten teilnehmen. Die das Glück hatten, waren rundum begeistert von diesem optischen und musikalischen Hochgenuss.

Ein Echo aus der Pöllatschlucht

Im oberen Schlosshof nahm das Bläserquartett vor brennenden Feuerschalen die Besucher gefangen. Von der Treppe beeindruckte der künstlerisch beachtenswerte Kirchenchor Seeg unter der Leitung von Ernst-Werner Reithmeier. Hörenswert das Echo bei Fortissimo-Passagen aus der Pöllatschlucht.

In drei Gruppen wanderten die Besucher in kurzen Abständen durch das Schloss. Im Thronsaal verzauberten ruhige Flötenklänge und mystischer Gesang der unsichtbaren Künstler Brian Dunning und Janet Chvatal. Im Sängersaal hatten die Solisten einen ungewöhnlichen Auftritt inszeniert: Jeff Johnson begann am Piano, Sänger Marc Gremm gesellte sich dazu, Brian Dunning übernahm wenig später mit der Flöte die Pianoklänge, Janet Chvatal kündigte sich gesanglich schon hinter der Bühne an. In der Folge fesselten die Vier als Quartett, Duo oder als Solisten das Publikum völlig.

Die getragenen und modernen Andachts- und Kirchenlieder versetzten alle in eine still lauschende Zurückhaltung, die den verdienten prasselnden Beifall erst nach dem letzten Lied erlaubte. Und dieser Beifall galt auch der Krönung des Abends: Das Bläserquartett, der Kirchenchor und die vier Solisten verabschiedeten sich gemeinsam im Sängersaal von ihrem begeisterten Publikum.

Die Initiatoren dieser «Königlichen Abendmusik» zollten Ludwig II. in einer weiteren Geste ihre Reverenz: Die Schlossverwaltung Neuschwanstein und die Gesangskünstler Chvatal und Gremm spenden den Erlös des Konzertes an die Kinderkrebshilfe Königswinkel.

Der Märchenkönig hatte lange vor ihnen mit dem «Krankenunterstützungsverein zum Schlossbau Neuschwanstein» ein Muster an sozialer Verantwortung ins Leben gerufen.

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