Kempten
Ein Haus für Kinder aus Sucht-Familien

An Weihnachten richtig durchatmen, darauf freut sich Ulrike von Le Suire. Seit Monaten arbeitet die Erzieherin unermüdlich an einem ehrgeizigen Projekt. Im neuen «Haus Chancen-Nest» will die 48-Jährige Kindern aus Familien mit Suchtproblemen ein vorübergehendes Zuhause samt professioneller Hilfe bieten. «Kinder von Suchtkranken sind die übersehenen Kinder», glaubt von Le Suire. «Durch eine konzentrierte Zeit bei uns sollen sie einen besseren Umgang mit sich und dem Leben erfahren.»

In den 80er Jahren galt das Haus am Haslacher Berg 2 als feine Adresse für die Gäste des Nobelrestaurants «Sir Alexander». Jetzt hat Ulrike von Le Suire das leer stehende Gebäude renoviert und umgebaut. Geht es nach ihr, sollen ab Jahresbeginn Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren die Räume mit Leben erfüllen. Das, so die Begründerin von «Chancen-Nest», könnten Buben und Mädchen von alkoholsüchtigen Eltern sind. Oder Schüler, die selbst süchtig sind - etwa bei Essstörungen oder Medienabhängigkeit.

Die kleinen Gäste im «Chancen-Nest» sollen rund um die Uhr von einer Sozialpädagogin, zwei Erzieherinnen und einer pädagogischen Fachkraft betreut werden. Die Aufenthaltsdauer werde zwischen vier Monaten und einem Jahr liegen.

«Während die Kinder bei uns leben und auf eine neue Familienstruktur vorbereitet werden, sollten sich ihre suchtkranken Eltern parallel einer Therapie unterziehen», sagt von Le Suire, die mit Suchtkliniken und Jugendämtern in Kontakt steht.

Gefördert wird das «Haus Chancen-Nest» aus Mitteln der Kinder- und Jugendstiftung des Christlichen Jugenddorfwerks (CJD). Zusätzliches Geld erbringen laut von Le Suire Jugendämter und Versicherungsträger sowie private Spender. Die Initiatorin hat das Haus renoviert und bauliche Auflagen wie etwa eine Brandschutztreppe erfüllt. Nun wartet sie auf die Kinder, die in ihrem Haus den Umgang mit dem Leben neu lernen sollen.

«Es gibt ein Leben danach», weiß Ulrike von Le Suire aus eigener Erfahrung: Zehn Jahre lang war sie im Jugend- und jungen Erwachsenenalter selbst alkoholabhängig. Heute ist sie «trocken» und will Süchtigen mit ihren Erfahrungen Wege aus dem Dilemma aufzeigen.

Weitere Auskünfte gibt es bei Ulrike von Le Suire unter der Telefonnummer 08370/284040 oder im Internet unter: www.stiftung-hoffnung-fuer-kinder.de

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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