Halblech/Antholz
Ein Halblecher ist bei den Biathleten «Mädchen für alles»

Egal wo der dreifache Biathlon-Olympiasieger Michael Greis aus Nesselwang um Weltcup-Punkte kämpft, Martin Löchle aus Halblech ist immer dabei. Nicht wie die Trainer der deutschen Spitzenathleten an vorderster Front. Der 55-Jährige arbeitet seit rund zwei Jahrzehnten als Teamchef der deutschen Biathlon-Nationalmannschaft im Hintergrund. «Ich habe nichts mit dem sportlichen Training zu tun», erzählt Löchle am Rande der Weltcup-Wettbewerbe im Südtiroler Antholz. Er kümmert sich um die Organisation des deutschen Teams.

Hierbei ist er zuständig «für alles Mögliche». So koordiniert er den Transport der Athleten und des Materials von einem Wettkampfort zum anderen, demnächst zur Weltmeisterschaft nach Korea. Als «Mädchen für alles» muss er sich auch um Ersatz kümmern, wenn mal ein Physiotherapeut ausfällt.

In Antholz erleichtert ihm ein alter Verbündeter die organisatorische Arbeit: Gottlieb Taschler, seit 1996 Chef des Organisationskomitees, früher selbst aktiver Biathlet. Taschler setzt in Antholz «das um, was unsere Mannschaft braucht», bringt es Löchle auf den Punkt. Nicht zuletzt deshalb und wegen der hervorragenden Trainings- und Wettkampfstätten sei das rund 1600 Meter hoch gelegene Antholz zur zweiten Heimat der deutschen Biathleten geworden.

Wenn man sich schon so viele Jahre kennt, «dann geht vieles unbürokratisch», nennt Martin Löchle einen Pluspunkt, den die rund 30-köpfige deutsche Mannschaft in Südtirol hat. Zum Team zählen neben den 14 Athleten (je sieben Frauen und Männer) Physiotherapeuten, ein Mannschaftsarzt, ein Sportwissenschaftler, bis zu fünf Techniker fürs Präparieren der Skier (30 Paar für jeden Athleten) und ein Waffenmeister, der sich um die Wettkampf-Gewehre kümmert.

Gottlieb Taschler wisse, was die Sportler brauchen. Da bedürfe es nicht vieler Worte, «es sind in Antholz nur noch Nuancen, die abgestimmt werden müssen», erzählt Löchle. Der Südtiroler OK-Chef weiß aber auch, was die italienische Biathlon-Hochburg für den Tourismus bedeutet. Die Kapazitätsgrenze im Stadion mit rund 11000 Tribünen-Plätzen sei erreicht.

Nach dem Weltcup steht das 25 Kilometer lange, schneesichere Loipennetz jedem zur Verfügung. «Da sind dann tausende Langläufer hier», berichtet Taschler. Den größten Schub machte Antholz mit der Biathlon-Weltmeisterschaft 2007.

Schub für Biathlon im Allgäu

Auch einen Schub erhofft sich Martin Löchle - für den Biathlon-Sport im Allgäu. Er ist auch Sportwart Biathlon im Deutschen Skiverband. In dieser Funktion hat er es überwiegend mit der Nachwuchsarbeit zu tun. Den Biathlon-Sport im Allgäu sieht er auf dem richtigen Weg. «Ich bin froh, dass das Trendsportzentrum in Nesselwang entstanden ist», sagte er unserer Zeitung. Damit werde den Jugendlichen aus Füssen, Pfronten, Marktoberdorf oder Kempten die Möglichkeit gegeben, auf relativ kurzem Weg zum Training zu kommen.

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