Ein Hafen für gelebte Solidarität

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Von Sylvia Rustler | Memmingen 'Also im technischen Bereich kenn ich mich gar nicht aus', sagt Volker Bayer und winkt ab. Was Computer, Internet und Handys angeht, sei er auf die Hilfe der Jugend regelrecht angewiesen. Im Gegenzug könnten junge Leute in Finanzdingen einiges von ihm lernen, glaubt der 54-Jährige. 'Jugendliche geraten heute schnell in die Schuldenfalle. Ich hätte Tipps, wie so was erst gar nicht passiert.'

Volker Bayer ist an diesem Samstag zur Eröffnung des neue Mehrgenerationenhauses (MGH) gekommen und überlegt sich, wie sich Jung und Alt hier künftig gegenseitig unterstützen können. Im benachbarten Bonhoeffer-Haus, wo heute die Auftaktveranstaltung mit Comedyeinlagen, Zaubervorführungen und Musik stattfindet, hat sich Bayer gerade eine Ausstellung über das MGH und seine zahlreichen Partner-Organisationen angesehen.

Das MGH ist ein Gemeinschaftsprojekt der Lokalen Agenda 21, des Tauschrings 'Nimm und Gib', des Vereins 'Licht-Talente' und der Perspektive Memmingen. Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, an dem sich verschiedene Altersgruppen begegnen, Erfahrungen austauschen und voneinander lernen können.

Brüchige Familienstrukturen

Dann wird das MGH offiziell eröffnet. Da die Familienstrukturen immer brüchiger werden würden und der Zusammenhalt der Generationen im Privaten nicht mehr selbstverständlich sei, müsse in der Öffentlichkeit ein Hafen geschaffen werden, in dem generationenübergreifende Solidarität gelebt werden kann. So die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Simone Strohmayr (siehe Foto im Infokasten rechts oben) über das Projekt, das vom Familienministerium die ersten fünf Jahre mit je 40000 Euro gefördert wird. Das Memminger Mehrgenerationenhaus ist eines von über 400 solcher Einrichtungen, die bis Ende 2007 deutschlandweit entstehen sollen. Strohmayr, Politikerin aus Augsburg, und Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger sind die Paten des Memminger Projekts.

Während im Saal anschließend die Tanzschule Tosca auftritt, sehen sich die Politiker die Räumlichkeiten in der Zangmeisterstraße 30 an. Noch ist hier alles etwas eng. Laut Peter Scharl, dem Vorsitzenden des MGH-Trägervereins Licht-Talente, soll aber bald eine Wand heraus gebrochen und alles behindertengerecht umgebaut werden. Außerdem stünden in der Pfaffengasse 10 weitere Räume zur Verfügung.

Dann geht es über eine schmale Treppe in den weitläufigen Keller. 'Hier können die Jugendlichen so richtig Krach machen', sagt Scharl. Der Keller ist als Party- und Bandproberaum gedacht.

'Vielleicht könnte man hier ja mal Geburtstag feiern', überlegt Schülerin Maja Macukadze. Die 16-Jährige will künftig öfter ins MGH kommen. 'Vielleicht helfen mir die Erwachsenen hier dann auch mal in Englisch oder sie erklären mir, wie man sich bei einem Vorstellungsgespräch verhält.'

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