Halblech
Ein gutes Herz hat aufgehört zu schlagen

«Eine segensreiche Arbeit machen, Dienst am Nächsten leisten und alles mit Liebe und Freude erledigen.» Das war die Einstellung von Schwester Frieda Holzmann. Und nach dieser Prämisse lebte und arbeitete sie jahrzehntelang in Halblech. Am 8. Dezember starb Schwester Friede im gesegneten Alter von 97 Jahren. Und wenn am heutigen Freitag um 10 Uhr ihre Urne auf dem Friedhof in Bayerniederhofen beigesetzt wird, dann begleiten sicher viele Buchinger und Trauchgauer ihre Schwester Frieda auf ihrem letzten Weg.

Frieda Holzmann fühlte sich schon als junges Mädchen dazu berufen, Dienst am Nächsten zu leisten. So wurde sie Krankenschwester und Krankenpflegerin. 1937 trat sie als Caritas-Schwester den Dienst in der heutigen Gemeinde Halblech an und blieb den Menschen ein Leben lang treu. In diesem Leben, das Schwester Frieda bis zum Schluss liebte, sah sie viel Leid und Schmerz, aber auch Schönes. Und daraus zog sie ihre Kraft als «Helferin aus Passion». Sie war immer auf Achse, erst zu Fuß, dann mit einem Moped und ab 70 mit dem Fahrrad.

Urlaub und Wochenende waren Fremdwörter. Nur einmal musste sie sieben Wochen zwangsweise «ausspannen»: Ein Unfall fesselte sie ans Bett. Wenn sie mal ein bisschen Zeit hatte, schaute sie Fußball im Fernsehen oder pflegte das kleine Gärtchen rund ums Häuschen in Berghof.

Doch wenn jemand sie brauchte, ließ sie alles liegen und stehen. Dass sie 1988 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet wurde, machte Schwester Frieda ein bisschen stolz - aber vor allem war es ihr Ansporn, keinesfalls nachzulassen.

Als sie 2002 ihren 90. Geburtstag feierte, trug sie wie immer ihre Schwesterntracht. Damals lebte sie noch in ihrem Häuschen. Was sie selbst erledigen konnte, erledigte sie auch selbst bis ins hohe Alter. Sie, die so vielen Menschen geholfen hatte, bat andere erst dann um Hilfe, wenn es wirklich nicht mehr anders ging. Die letzten drei Jahre ihres Lebens verbrachte Schwester Frieda im Bürgerspital in Füssen. So krank sie war, so wach war ihr Geist, bis ihr gutes Herz aufhörte zu schlagen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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