Schwangau
Ein «großer Wurf» der ganzen Gruppe

Lob, Glückwünsche und Umarmungen prasselten auf das Schauspielteam des Gymnasiums Hohenschwangau und seinen Leiter Studiendirektor Jürgen Schulz herab. Und das zu Recht. Denn den Gymnasiasten und ihren Lehrern ist mit «Vom Suchen und Finden» nach Motiven aus Paolo Coelhos Roman «Der Alchimist» etwas gelungen, was schon so manchem Star-Regisseur nicht gelang.

Exzellent bis ins Detail

Ein packendes Drehbuch, in dem das Märchenhafte, Traumhafte und das, was Mut macht, gegen den Strom zu schwimmen, zauberhaft locker herausgearbeitet wird, ein exzellentes Bühnenbild - man muss es einfach gesehen haben.

Einfaches und Anspruchsvolles

Märchen wie Hans im Glück, Zeitgeist wie auf dem Jakobsweg, Schranken gegen ein Zusammenleben zu unterschiedlicher Kulturen, Wege ins persönliche Glück, von einer «Allmacht» vernetzte Lebensumstände klingen an. Einfaches und sehr Anspruchsvolles - alles wird von den Darstellern überzeugend an die Zuschauer herübergebracht. Wie die Zwänge, in denen Santiago und Fatima leben.

Wie ihre guten Lebensgeister, die Einsicht, Zweifel, Erkenntnis, Aufruhr, Widerspruch, Angst, den Weg nach vorne, die Selbstverwirklichung herrlich miterleben lassen.

Ebenso trefflich die Rahmenrollen: Kinder führen in Bildern durch die Erzählung; der Kristallhändler beharrt auf satter Bequemlichkeit; die Mutter geht in nervenden Nebensächlichkeiten auf; wilde Wüstenkrieger scheitern am Mut und der unerschütterlichen Zuversicht ihrer eigentlich unterlegenen Gegner. Ganz und gar nicht unwichtig die Statisten, die vor der schwarzen Bühnenwand Schafherden, Ruderboote, Wüstendünen lebendig werden lassen. Auch das ein fantastischer Regieeinfall, der die bemerkenswerten Aussagen des Textes nicht durch Überflüssiges beeinträchtigt.

Alle am Gelingen beteiligt

«Allen ist das Gelingen der Aufführung zu danken», unterstrich Jürgen Schulz die Leistung seiner Theatergruppe. Deswegen hob er auch niemand namentlich hervor. Und der begeisterte Schulleiter Edward Weber nannte das Stück «einen großen Wurf».

Den Tropfen Wehmut brachte auch heuer wieder das Abitur. Denn sechs der besten Darsteller von Jürgen Schulz, der seit 16 Jahren die Theatergruppe in Hohenschwangau leitet, verlassen das Gymnasium - doch jüngere Mitspieler rücken mit viel Talent nach.

«Vom Suchen und Finden» mit der Theatergruppe des Gymnasiums Hohenschwangau ist am heutigen Samstag, 25. Juli, noch einmal zu sehen. Die Afführung im Rahmen des Treffens der Alt-Hohenschwangauer beginnt um 18.15 Uhr in der Turnhalle.

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